2:2 gegen Ungarn

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in der Einzelkritik

Von dpa
Arbeitete bis zu seiner Auswechslung viel, aber glücklos: Ilkay Gündogan (l) gegen Ungarns Laszlo Kleinheisler in Aktion.
Arbeitete bis zu seiner Auswechslung viel, aber glücklos: Ilkay Gündogan (l) gegen Ungarns Laszlo Kleinheisler in Aktion. Christian Charisius/dpa

München - Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat sich bei der Europameisterschaft ins Achtelfinale gezittert. Die Spieler in der Einzelkritik.

Neuer: Die Gegentore schmerzten, der Kapitän konnte nichts dagegen tun. Glück beim Pfostenschuss (63.). Resolut bei Faustabwehr.

Ginter: Fehlabspiele, und zu weit weg beim 0:1. Nach vorn hatte der Gladbacher mehr Raum als andere, nutzte ihn aber viel zu wenig.

Hummels: Licht und Schatten. Nach Eigentor zum EM-Start nun passiver Zuschauer bei beiden Gegentoren. Starke Kopfball-Vorarbeit zum 1:1.

Rüdiger: Kämpfte, gab nie auf, klärte einmal stark im letzten Moment (34.). Er gehörte noch zu den besseren in einer schwachen Mannschaft.

Kimmich: Begann enorm präsent, forderte immer wieder den Ball, rieb sich an Gegenspieler Fiola auf. War aber immer wieder anspielbereit.

Gündogan: Der Wille war da, Zugriff zur Spielorganisation fand er kaum. Arbeitete bis zu seiner Auswechslung viel, aber glücklos.

Kroos: Seine klaren Pässe fehlten. Seine Standards blieben alle harmlos. Nach Doppelpass vergab der Routinier die Ausgleichs-Chance.

Gosens: Der Held gegen Portugal war praktisch aus dem Spiel. Keine Durchbrüche zur Grundlinie, keine Flanken. Eine bittere Erfahrung.

Havertz: Eigentlich ein Mann für die engen Zonen. Doch lange nicht in Kombinationen drin. Spekulierte vor seinem 1:1 gut, musste dann raus.

Sané: Stürmte für Müller, sein Engagement stimmte, die Effektivität nicht. Vor dem 1:2 störte er zu zaghaft. Viel zu unentschlossen.

Gnabry: Holte sich die Bälle weit hinten, ging weite Wege. Im Strafraum aber kam er nicht in Position. Hat seine Torgefahr verloren.

Goretzka: Von vielen in der Startelf erwartet, wurde er von der Bank zum Retter. Gleich auf Betriebstemperatur - und traf entschlossen.

Müller: In der Not musste er nach 67 Minuten trotz Knieblessur ran. Trieb an, rackerte - und feierte am Ende kräftig mit.

Werner: Sollte in der Endphase noch zum Retter werden. Sein 17. Länderspieltor schaffte er aber nicht.

Volland: Löw brachte ihn acht Minuten vor dem Ende. Ging direkt in die Spitze und in die Zweikämpfe.

Musiala: Der 18-Jährige kam in der Schlussphase zu seinen ersten EM-Minuten. Abgezockt: War an Goretzkas Ausgleich beteiligt.