Frankfurt/Main (dpa) l Steffi Jones ist von ihren Aufgaben als Trainerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft entbunden worden. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Dienstag in Frankfurt am Main mit. Zu dieser Entscheidung sei das DFB-Präsidium bei einer Telefonkonferenz gekommen. Es folgte damit einer Empfehlung des Direktors Nationalmannschaften Oliver Bierhoff sowie des Sportlichen Leiters Joti Chatzialexiou.

„Steffi Jones ist die Aufgabe als Trainerin mit großem Engagement und Einsatz angegangen, dafür möchte ich ihr im Namen des gesamten Präsidiums sehr herzlich danken. Sie ist und bleibt ein prägendes Gesicht des deutschen Frauenfußballs, und ich würde mich freuen, wenn sie in anderer Funktion dem DFB und dem Frauenfußball erhalten bleibt“, kommentierte DFB-Chef Reinhard Grindel die brisante Personalie.

Hrubesch war 2016 Coach

Als Interimslösung für die beiden bevorstehenden Spiele im April gegen Tschechien und in Slowenien wird der 66-jährige Horst Hrubesch die Mannschaft übernehmen. Ulrike Ballweg und Thomas Nörenberg werden Assistenten. Hrubesch war 2016 in Rio Coach der deutschen Auswahl der Männer, die bei den Olympischen Spielen Silber geholt hatte.

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Ausschlaggebend für die Beurlaubung der 45-jährigen Jones waren wohl das Aus im EM-Viertelfinale 2017 und jüngst der letzte Platz bei einem Einladungsturnier in den USA. Mit Jones sei am Montag bei einem persönlichen Treffen über die Situation gesprochen geworden.

Neue Grundlagen schaffen

Grindel will jetzt neue Grundlagen für den weiblichen Bereich im DFB schaffen. „Bei der Trainersuche wollen wir mit den Vereinen der Bundesliga jetzt eine Lösung finden, die den Frauenfußball auf eine neue Grundlage stellt“, erklär Grindel. Bei diesem Ziel schweben dem DFB-Chef eine engere Koordination zwischen Verband und Liga sowie eine Verzahnung zwischen der A-Mannschaft und dem Nachwuchs vor.

Der langjährige Ex-Coach vom früheren Meister und UEFA-Cup-Sieger Turbine Potsdam, Bernd Schröder, sieht in der Beurlaubung von Steffi Jones als Bundestrainerin der Frauen einen längst fälligen Schritt. „Das war ein Notsignal, es musste etwas passieren. Es war lange klar, dass Steffi Jones die Mannschaft nicht mehr erreicht“, sagte er. Meinung

Der Kommentar zum Thema von Manuel Holscher.