7. Spieltag

Fußball-Bundesliga am Samstag: Fünf Spiele, fünf Köpfe

Hummels, Boyata, Kramaric, Zakaria - auch am kommenden Bundesliga-Wochenende dürften die Routiniers wieder im Fokus stehen. Für ihre Clubs sind sie mittlerweile unverzichtbar, aber oft ist der Spagat zwischen Liga und Nationalmannschaft nicht so einfach.

Von dpa 02.10.2021, 07:17 • Aktualisiert: 02.10.2021, 17:31
Wurde von Hansi Flick nicht für die Nationalmannschaft nominiert BVB-Verteidiger Mats Hummels.
Wurde von Hansi Flick nicht für die Nationalmannschaft nominiert BVB-Verteidiger Mats Hummels. Bernd Thissen/dpa

Berlin - Eine Woche vor der Länderspielpause wollen die Bundesliga-Clubs noch einmal Zeichen setzen und Punkte holen - und vertrauen dabei auch auf ihre Routiniers.

Der Hoffenheimer Torgarant Andrej Kramaric könnte heute gleich zwei Bestmarken knacken. Und Leipzigs Trainer Jesse Marsch nimmt sich nach dem holprigen Saisonstart und dem 1:2 gegen Brügge vor dem 7. Spieltag der Bundesliga selbst in die Pflicht.

Borussia Dortmund - FC Augsburg

Mats Hummels: Beim BVB ist er weiter eine unverzichtbare Größe, in der Nationalmannschaft derzeit jedoch nicht erste Wahl. Der 32 Jahre alte Routinier gehört nicht zum DFB-Aufgebot für die Länderspiele in Hamburg gegen Rumänien (8. Oktober) und in Nordmazedonien (11. Oktober). Dem BVB kommt das sicher nicht ganz ungelegen. Schließlich sinkt damit die Gefahr, dass das schon zuletzt schmerzende Knie des Abwehrchefs neue Sorgen bereitet. Schon bei der EM hatte die Patellasehne geschmerzt. Deshalb verpasste Hummels die komplette Vorbereitung unter Trainer Marco Rose und die ersten Pflichtspiele.

Hertha BSC - SC Freiburg

Dedryck Boyata: Für Herthas Dedryck Boyata wirken Länderspielpausen wie ganz legale Aufputschmittel. Der verletzungsanfällige Belgier, der seit seinem Wechsel von Celtic Glasgow an die Spree im Jahr 2019 in knapp zweieinhalb Jahren gerade einmal 51 Bundesligaspiele für die Berliner absolviert hat, kommt häufig aus einer Verletzungspause zurück, wenn Nationaltrainer Roberto Martinez zum Länderspiel lädt. In der Rückrunde der vergangenen Saison absolvierte der Berliner Kapitän am 30. März sein Pflichtspieldebüt nach über dreimonatiger Verletzungspause nicht für den Verein, sondern für das Nachbarland. Trainer Pal Dardai, der über diesen Ablauf nicht erfreut war, riet seinem 30 Jahre alten Abwehrorganisator, gesund heimzukehren, was nicht klappte und das Verhältnis zwischen beiden belastete. Nun ruft wieder die Nationalmannschaft zum Final Four in der Nations League - und Boyata ist wieder fit. Dardai benötigt den Belgier, um die mit bereits 18 Gegentoren belastete Abwehr zumindest im Heimspiel gegen den SC Freiburg zu stabilisieren.

VfB Stuttgart - TSG 1899 Hoffenheim

Andrej Kramaric: Hoffenheims Club-Rekordtorschütze in der Bundesliga ist der 30-Jährige mit 83 Treffern schon. Der kroatische Vize-Weltmeister steht zudem bei 98 Pflichtspieltoren für die TSG - die 100er Marke könnte er also am Samstag knacken. Und eine weitere Bestmarke von Kramaric in der Liga könnte nach „Kicker“-Angaben gegen den VfB fallen: Mit 38 Vorlagen teilt er sich den ersten Rang in dieser Kategorie noch mit Kevin Volland (inzwischen AS Monaco).

VfL Wolfsburg - Bor. Mönchengladbach

Denis Zakaria: Die bisherigen beiden Gladbacher Erfolge waren eng mit ihm verbunden. Zwei der sechs Saisontore erzielte der defensive Mittelfeldspieler, der am 3. Spieltag erstmals überhaupt zum Einsatz kam. Inzwischen blüht der Schweizer wieder auf und ist im Team von Trainer Adi Hütter einer der zentralen Spieler. Gegen Borussia Dortmund erzielte er unlängst das Siegtor und soll laut „Sport Bild“ auch das Interesse des BVB an einer Verpflichtung geweckt haben. Mit Marco Rose würde er dort auf seinen ehemaligen Trainer treffen, der nach seinem Wechsel allerdings beteuert hatte, dass er keinen Spieler mitnehmen werde. In Gladbach würden sie den 24-Jährigen ungern verlieren. Bislang hat Zakaria seinen im Sommer 2022 auslaufenden Vertrag jedoch nicht verlängert.

RB Leipzig - VfL Bochum

Jesse Marsch: Der Gute-Laune-Coach machte nach den angedrohten Konsequenzen angesichts des 1:2 gegen Brügge plötzlich einen Rückzieher. Er nimmt sich lieber selbst in die Pflicht, will seinen Profis weiterhin seinen Stil vermitteln. „Es ist der Job des Trainers, Lösungen zu finden und Leader zu sein“, sagte der US-Amerikaner. Da kommt das erste Bundesliga-Duell mit Aufsteiger Bochum wie gerufen. Marsch weiß: sein Team benötigt Siege, so wie zuletzt beim 6:0 gegen Hertha. Dafür soll auch Torjäger André Silva sorgen, der wohl eine neue Chance in der Startelf bekommt.