Magdeburg l Am Freitag soll dort über eine Regionalliga-Reform abgestimmt werden. Das vom DFB favorisierte Modell stößt bei vielen Vereinen auf Ablehnung. Die Volksstimme beantwortet die wichtigsten Fragen.

Welchen Reform-Vorschlag favorisiert der DFB?
DFB-Präsident Reinhard Grindel spricht sich für die Variante „Vier aus Fünf“ aus. Diese Variante war bereits im Sommer ein Thema. Dabei stellen die Meister der Regionalliga West und Südwest jeweils einen festen Aufsteiger. Dieses Privileg wurde mit der hohen Anzahl der Vereine in diesen Bereichen begründet. Die Meister der Nord-, Nordost- und Bayern-Staffel sollen zwei weitere Aufsteiger ausspielen. Aus der 3. Liga würden vier statt drei Klubs absteigen.

Welche Alternativ-Modelle gibt es?
Die 3. Liga, dessen Sprecher FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik ist, setzt sich für vier Regionalliga-Aufsteiger bei vier Drittliga-Absteigern und einer Reduzierung auf vier Regionalligen ein. Der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) reichte diesen Antrag ein, mit der Betonung, dass die Regionalliga Nordost nicht zerschlagen werden dürfe. Kallnik sagte, dass man ein geografisches Kreuz über Deutschland ziehen solle. Die Folge wären vier Regionalligen, ähnlich wie zwischen 1994 und 2000 – Nord, West-Südwest, Süd und Nordost.

Eine weitere Variante ist das „Vier aus Fünf“-Modell mit einem rollierenden System. Dabei gibt es Jahr für Jahr wechselnd drei Direktaufsteiger. Die entsprechenden Staffeln, deren Meister aufsteigen, würden fünf Jahre im Voraus ausgelost werden. Die zwei weiteren Meister spielen in einer Relegation den vierten Aufsteiger aus.

Was hat es mit einer zweigleisigen 4. Liga auf sich?
Dieser Vorschlag wurde bereits Ende Oktober ins Gespräch gebracht und kürzlich von Kallnik erneuert. Dabei geht es um eine neue zweigleisige 4. Liga über den Regionalligen. Dort sollen ambitionierte Vereine antreten, die einen Drittliga-Aufstieg wirtschaftlich und sportlich auch wirklich stemmen können.

Wie steht der DFB zur Reduzierung auf vier Regionalligen?
DFB-Vizepräsident Rainer Koch sprach sich für diese Variante aus, betonte aber, dass dann die Nordost-Staffel zerschlagen und auf die Regionalligen Nord und Bayern aufgeteilt werden würde.

Wie reagieren die Klubs aus dem Osten auf diesen Vorschlag?
Die Reaktionen reichen von Unverständnis bis Verärgerung. Der Landesverband Sachsen droht mit einer Klage, sollte sich das Modell mit zwei festen Aufsteigern durchsetzen. Präsident Hermann Winkler wittert Wettbewerbsverzerrung. Die beiden festen Aufsteiger könnten früher als die Vereine, die noch Relegation spielen müssen, neue Spieler verpflichten. Das Modell soll juristisch überprüft werden. „Der Gang vor das DFB-Sportgericht wäre die logische Konsequenz“, so Winkler.

Unverblümt äußerte sich Claus-Dieter Wollitz, Trainer von Energie Cottbus, zum Modell mit zwei festen Aufsteigern. „Bringen wir hier keine Leistung? Sind wir hier die Volldeppen? Sind wir wirklich nur ein lästiges Anhängsel und nur noch vierter Klasse?“, fragt er sich. Hauke Runge, Präsident des Regionalligisten TSG Neu-strelitz, drohte Grindel und Koch gar mit Stadionverbot, sollte sich das vom DFB favorisierte Modell durchsetzen.