Udine (dpa) l Eigentlich war es ein Tor wie so viele andere in seiner Karriere: Cristiano Ronaldo trifft, rennt in Richtung Tribüne, lässt sich feiern. Doch der 2:0-Erfolg mit Juventus Turin und sein Treffer am Sonnabend bei Udinese Calcio war kein normaler Erfolg für "CR7". Was ist schon normal in diesen Tagen in der Welt des fünfmaligen Weltfußballers, der zu den bekanntesten Sportlern der Welt zählt, dessen Name so viele junge Fußballer auf dem Rücken tragen - und der seit den Enthüllungen im "Spiegel" der mutmaßlichen Vergewaltigung beschuldigt wird? Nichts.

Dem 33 Jahre alten Fußballer wird von der Amerikanerin Kathryn Mayorga vorgeworfen, sie 2009 vergewaltigt zu haben. Ihr Anwalt hat bei einem Distriktgericht in Las Vegas eine Zivilklage eingereicht. Ronaldo selbst wies die Anschuldigungen zurück. Nun berichtet die "Daily Mail", eine weitere Frau habe sich bei Anwalt Leslie Stovall gemeldet. Sie wirft Ronalso sexuelle Belästigung vor.

Die präzise Schilderung von Mayorga, die mittlerweile im Internet kursierenden Unterlagen und die neuen Anschuldigungen sprechen nicht gerade für Ronaldos Unschuld. Und was macht sein Arbeitgeber Juventus Turin? Steht vehement zu seinem Superstar. So veröffentlichte Juventus auf der eigenen englischsprachigen Twitter-Seite ein Statement, das die professionelle Einstellung des Fußballers lobte. Diese Meinung könne auch nicht durch ein Geschehnis geändert werden, das vor zehn Jahren passiert ist.

Was derzeit in Ronaldo vorgeht? Das vermochte auch der Coach von Italiens Rekordmeister, Massimiliano Allegri, nicht zu beurteilen. "Ich bewerte das, was ich auf dem Platz sehe", sagte Allegri laut Nachrichtenagentur Ansa. "Er hat ein gutes Spiel gemacht. Er ist klar, trainiert, spielt und trifft."

Mit seinem Tor zum 2:0-Endstand in der 37. Minute verhalf Ronaldo seinem neuen Club zum wettbewerbsübergreifend zehnten Saisonsieg in Folge. Im Stadion war nach dem Treffer nicht nur Applaus zu hören, es gab auch Buhrufe.