Während der Vorbereitungspartie des VfB Germania Halberstadt gegen Zweitliga-Spitzenreiter Eintracht Braunschweig hatten sich viele der etwa 650 Zuschauer verwundert die Augen gerieben. Grund war die Rückkehr eines alten Bekannten ins Friedensstadion.

Halberstadt. Bei den meisten Fußballfans im derzeit im Bau befindlichen Rund des VfB Germania dürfte es ein erfreutes Augenreiben gewesen sein, denn mit Philip Saalbach kehrte ein Publikumsliebling an seine alte Wirkungsstätte zurück.

Beim offiziellen Teamfototermin des Regionalliga-Neulings war vom Abwehrspieler nichts zu sehen, dafür durfte Probespieler Marvin Luczkiewicz noch "Probesitzen". Dass es nach nun einigen Wochen Training bei den Vorharzern nicht zu einer Verpflichtung reichte, wurde vor dem Test gegen Braunschweig deutlich - Luczkiewicz stand nicht mehr im Aufgebot. Trainer Andreas Petersen hatte bereits in den vergangenen Wochen angekündigt, dass er auf der Suche nach einem möglichst kompletten Spieler ist, der erfahren genug und topfit ist, der Mannschaft sofort weiterhelfen kann. Am Dienstagabend bestätigte Petersen erneut: "Talent allein reicht im Moment nicht. Wir suchen einen Spieler, der uns weiterbringt. Ich habe mit Marvins Berater gesprochen. Wir waren uns einig, dass er zunächst einmal Spielpraxis - möglichst bei einem Oberligateam - sammeln sollte. Wir bleiben aber weiterhin mit ihm in Kontakt und verlieren ihn keineswegs aus den Augen."

Mit Philip Saalbach verpflichten die Germania-Verantwortlichen nun einen Akteur, auf den die von Petersen beschriebenen Attribute passen. Saalbach bringt trotz seiner 22 Jahre ein nicht zu unterschätzendes Maß an Qualität und Erfahrung mit. "Bei ihm wissen wir, was er kann", kommentierte Trainer Petersen die Entscheidung für einen weiteren Defensivspieler. Einig sind sich Verein und Spieler offensichtlich schon, heute soll die Unterschrift unter den neuen Vertrag kommen.

Zwischen Juli 2007 und Juni 2010 entwickelte sich Philip Saalbach zu einem der Leistungsträger im Team von Andreas Petersen. Zwischenzeitlich stoppten ihn diverse Verletzungen, dennoch war er Stammspieler beim damaligen Oberligisten, als es ihn in die Regionalliga zum 1. FC Magdeburg verschlug. Unter Trainer Ruud Kaiser hatte der Innenverteidiger nicht den besten Stand. Eine erneute Verletzung brachte ihn zu Jahresbeginn um die gesamte Rückrunden-Vorbereitung und damit um einen Stammplatz. 13-mal wurde Saalbach letztlich in der Regionalliga eingesetzt. Nach der fehlenden Spielpraxis möchte er nun den bisher 57 Begegnungen im Germania-Trikot weitere folgen lassen. Dabei ist ihm bewusst, dass die Konkurrenzsituation für ihn nicht ohne ist: "Es wird sicher nicht einfach, gerade weil es im Defensivbereich schon einige gute Spieler in Halberstadt gibt", so Saalbach, der hinsichtlich seiner Ziele mit dem neuen alten Verein ergänzt, "Wir sollten uns nicht überschätzen, aber auch nicht kleiner machen als wir sind."

Indes bereitet sich der VfB in dieser Woche weiter intensiv vor: Heute ist man bei TuSpo Petershütte zu Gast (18.30 Uhr), morgen zur gleichen Zeit bei Blau-Weiß Biere. Am Sonntag (14 Uhr) können die Fans erstmals die gestern im Friedensstadion aufgebauten mobilen Sitzplatztribünen beim Spiel gegen den 1. FC Neubrandenburg in Augenschein nehmen.

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