„Bedenken“ der UEFA

Keine Regenbogen-Werbebanden in St. Petersburg

Von dpa
Beim Achtelfinale Italien gegen Österreich waren Werbebanden von Vokswagen in Regenbogenfarben zu sehen.
Beim Achtelfinale Italien gegen Österreich waren Werbebanden von Vokswagen in Regenbogenfarben zu sehen. Laurence Griffiths/Pool Getty/AP/dpa

St. Petersburg - Anders als im Achtelfinale haben die Werbebanden im ersten EM-Viertelfinale am Freitag in St. Petersburg nicht in Regenbogenfarben geleuchtet.

Sponsor Volkswagen erklärte dazu, es habe „Bedenken“ der Europäischen Fußball-Union „im Hinblick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen an den Spielorten in Russland und Aserbaidschan“ gegeben. In Baku wird am Samstag (18.00 Uhr) ein weiteres Viertelfinale ausgerichtet. VW gab an, die Entwicklung zu bedauern. Due UEFA äußerte sich zunächst nicht.

Überraschend kommt die Einschränkung aber nicht. Homosexualität ist zwar in Russland nicht verboten, wird aber in dem Land mit seiner einflussreichen russisch-orthodoxen Kirche weitgehend tabuisiert. Zudem unter anderem stehen positive Äußerungen über Homosexuelle in Anwesenheit von Kindern unter Strafe. Gegen dieses seit 2013 geltende Verbot von „Homo-Propaganda“ gibt es seit langem internationalen Protest.

Unabhängig von der Entscheidung für St. Petersburg und Baku „werden die LED-Werbebanden als buntes Statement für Vielfalt und Respekt bei den beiden verbliebenen Viertelfinalpartien in München (Freitagabend) und Rom (Samstag) und nach Möglichkeit auch in den restlichen Spielen des Turniers zum Einsatz kommen“, teilte Volkswagen mit. Im Achtelfinale hatten mehrere Sponsoren ihre Werbebanden in den Regenbogenfarben leuchten lassen, was die UEFA in einer Stellungnahme im Anschluss begrüßte.

Die Regenbogenfarben als Zeichen für Toleranz und sexuelle sowie geschlechtliche Vielfalt waren bereits in der vergangenen Woche ein riesiges EM-Thema gewesen, weil die UEFA untersagt hatte, dass die Münchner-Arena zum deutschen Spiel gegen Ungarn bunt strahlt. Vorausgegangen war ein Antrag der Stadt München, der auch auf den Protest gegen ein in Ungarn erlassenes Gesetz zielte, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt.