34. Spieltag

Meisterschale, und Lewandowski-Rekord: FC Bayern siegt 5:2

Von Christian Kunz, dpa
Bayerns Kingsley Coman (M) bejubelt sein Tor zum 4:0 mit seinen Mannschaftskollegen.
Bayerns Kingsley Coman (M) bejubelt sein Tor zum 4:0 mit seinen Mannschaftskollegen. Sven Hoppe/dpa-Pool/dpa

München - Vor der großen Meisterkür und am Tag emotionaler Abschiede hat der FC Bayern eine Fußball-Gala gefeiert - und Weltfußballer Robert Lewandowski den Rekordwunsch in letzter Minute erfüllt.

Die Münchner sorgten mit einem 5:2 (4:0) gegen den FC Augsburg für den perfekten Rahmen bei der nächsten Ehrung mit der Schale. Sieben-Titel-Trainer Hansi Flick sowie die Triple-Stars Jérôme Boateng, David Alaba und Javi Martínez konnten den kurzweiligen und bewegenden Nachmittag bei ihrem „Servus“ besonders genießen. Wie auch Lewandowski, der mit nun 41 Saisontoren die Nummer 1 der Bundesliga-Geschichte ist.

Nachdem FCA-Kapitän Jeffrey Gouweleeuw (9. Minute) die Münchner per Eigentor früh in Führung gebracht hatte, schlug der alte und neue deutsche Fußball-Meister im Zehnminutentakt zu. Serge Gnabry (23.), Joshua Kimmich (33.) und Kingsley Coman (43.) sorgten in ihren neuen gold-schwarzen Trikots für einen meisterlichen Pausen-Vorsprung. Nach dem Seitenwechsel gestaltete Augsburg das Ergebnis durch André Hahn (67.) und Florian Niederlechner (72.) freundlicher.

Bis zur 90. Minute wollte Lewandowski einfach kein Treffer gelingen. Nachdem der Torschützenkönig vor einer Woche den 40-Tore-Rekord von Gerd Müller ausgeglichen hatte, konnte er nun fast in letzter Sekunde nachlegen. Lewandowski (41 Tore) vor Müller (40) lautet nun die Rangfolge der besten Torschützen einer Bundesliga-Saison.

250 Zuschauer - erstmals seit März 2020 spielte der FC Bayern zu Hause damit wieder vor Publikum - feierten ihren „deutschen Fußball-Meister, FCB“ und den historischen Liga-Moment mit der Lewandowski-Bestmarke lautstark.

Große Bilder von Trophäen, Umarmungen und nette Worte gab es für Alaba, Boateng und Martínez sowie für Erfolgstrainer Flick schon vor dem Anpfiff. Auch dessen ebenfalls scheidende Assistenten Miroslav Klose und Hermann Gerland wurden geehrt. Lange mussten die beschenkten Protagonisten nicht warten, da durften sie auch über ein Tor jubeln. Gouweleeuw drückte den für Coman gedachten Ball zu seinem ersten Bundesliga-Eigentor über die Linie.

Vielleicht wäre der Nachmittag für den bereits geretteten FCA erfolgreicher verlaufen, wenn er einen von Lucas Hernández an Niederlechner verursachten Foulelfmeter nicht verschossen hätte. Manuel Neuer parierte den zu zentral geschossenen Strafstoß von Daniel Caligiuri aber souverän (25.).

Außer den Toren gab es vor allem ein Privatduell zwischen Lewandowski und Gäste-Torwart Rafal Gikiewicz zu bestaunen. Der polnische Keeper rettete wiederholt mit klasse Paraden gegen seinen Landsmann. Dazu strich ein Kopfball von Lewandowski, der immer wieder von seinem persönlichen Vorbereiter Thomas Müller gesucht wurde, knapp über das Tor (40.). Auch nach der Pause fehlte Lewandowski das Abschlussglück, lächelnd schüttelte er nach einer weiteren Chance den Kopf (56.). Auch per Freistoß konnte er Gikiewicz nicht überwinden (70.). Erst als dieser einen Schuss von Sané nicht festhalten konnte, staubte Lewandowski ab.

Alaba und Boateng durften bereits in der Startformation ran, Javi Martínez wurde von Flick für die letzte halbe Stunde gebracht. Er kam für Boateng, der sehr bewegt das Spielfeld verließ. Nach Umarmungen der Teamkollegen schloss auch Flick ihn vor der Trainerbank herzlich in die Arme. Ähnlich waren die Bilder bei Alaba, auch Neuer kam wie bei Boateng für die Verabschiedung aus seinem Kasten gerannt. Herzlich nahmen sich Boateng und Alaba dann im Kreis der Reservisten in die Arme - eine Bayern-Ära ist vorbei.