Rund um die EM

Notizen von der Fußball-Europameisterschaft

Von dpa
Italiens Spieler singen ihre Nationalhyme vor Beginn eines Spiels.
Italiens Spieler singen ihre Nationalhyme vor Beginn eines Spiels. Nick Potts/Press Association/dpa

Berlin - Notizen von der Fußball-Europameisterschaft - gesammelt von der Deutschen Presse-Agentur.

EHRE FÜR DIE RETTER: Der Zusammenbruch von Christian Eriksen während der Partie zwischen Dänemark und Finnland ist die wohl dramatischste Szene dieser Fußball-EM gewesen. Sechs der Rettungskräfte, die sich unmittelbar nach dem Kollaps um den 29-Jährigen gekümmert haben, sind einem dänischen Bericht zufolge nun von der UEFA als Ehrengäste zum EM-Finale nach Wembley eingeladen worden. Das berichtete das Fachblatt „Fagbladet Foa“, das mit dem Sanitäter Peder Ersgaard gesprochen hat. Mit etwas Glück können Ersgaard und die weiteren Eingeladenen in Wembley ihr eigenes Team anfeuern: Dänemark steht im Halbfinale, in dem es die Mannschaftskollegen von Eriksen am Mittwochabend mit England zu tun bekommen. Als großer Juventus-Fan hofft Ersgaard, ein Finale zwischen Dänemark und Italien zu sehen.

SUPERSÄNGER: Die steile These, wonach die Italiener einen besonderen Teamgeist haben, weil sie ihre Nationalhymne so schwungvoll schmettern, hat Arnd Zeigler in seiner „Wunderbaren Welt des Fußballs“ widerlegt. Der Kult-Moderator ließ einen Italiener die deutsche Hymne mit dem italienischen Text ihrer Hymne singen - geht halt nur getragen. Die andere Seite des Experiments: Die Worte von „Einigkeit und Recht und Freiheit“ mit der italienischen Musik klingt mal so richtig schmissig.

KINDERFREUND: Mit scharfen Worten kritisiert Altkanzler Gerhard Schröder (77) in der Zuschauerdebatte den europäischen Dachverband. „Was die UEFA gerade mit der Öffnung der Stadien für bis zu 60.000 Menschen betreibt, das ist unverantwortlich. Das hat nichts mehr zu tun mit der Freude am Fußball oder der vorgeblichen Stärkung des europäischen Gedankens. Das ist pure Geldmacherei“, sagte Schröder „t-online“. Und einmal in Fahrt, kritisierte er weiter: „Was mich am meisten an diesen Fußballfunktionären und an den Politikern, die vor ihnen einknicken, stört, ist, dass sie nicht an die Kinder in unseren Schulen denken.“ Diese müssten Bildungsdefizite hinnehmen, „während die Fußballfunktionäre nur an sich selbst denken“, sagte Schröder.

DÄNENFREUND: Auch der frühere Bundesliga-Coach Ralf Rangnick ist Fan der dänischen Nationalmannschaft. „Von 1000 Leuten gönnen 999 den Dänen ihre Erfolgsstory. Weil sie großartig mit dem Drama um Christian Eriksen umgingen - und zwar authentisch, Skandinavier sind einfach so“, sagte der 63-Jährige in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“. Dänemark sei „ein Team, in dem sich kein Einzelner zu wichtig nimmt. Da geht jedem Zuschauer das Herz auf.“

KÖNIGLICHE FUSSBALLFREUNDE: Die Dänen erhalten im Halbfinale gegen England Unterstützung von oberster Stelle: Kronprinz Frederik (53) und seine Frau Kronprinzessin Mary (49) werden nach London reisen. Auch ihr ältester Sohn Prinz Christian (15) wird im Wembley-Stadion mit dabei sein. Für die meisten Däninnen und Dänen ist es wegen der britischen Einreisebestimmungen nicht möglich, für das Spiel nach London zu reisen. Die Quarantänebestimmungen gelten jedoch nicht für Ehrengäste, womit das dänische Kronprinzenpaar dabei sein kann.

VORSICHT, BITTE: Rund 60.000 Zuschauer sollen im Wembley-Stadion dabei sein. Die Europäische Fußball-Union hatte für die Aufstockung insbesondere aus Deutschland massive Kritik kassiert. Auf seiner Internetseite aktualisierte der Dachverband deshalb noch einmal die Corona-Sicherheitshinweise - unterlegt mit dem aus den Stadien bekannten Video mit Pierre-Emile Höjbjerg, Harry Kane, Ciro Immobile und Dani Olmo, die appellieren, sich an die Regeln zu halten.