Fußball-EM

Russland vor Viertelfinale mit hohen Corona-Zahlen

In Amsterdam feiern die Dänen wie vor Corona. St. Petersburg meldet Besorgnis erregende Infektionszahlen. Die Pandemie hat die Fußball-EM weiter im Griff.

Von dpa
Das EM-Stadion in St. Petersburg. Die Corona-Zahlen steigen vor dem Viertelfinale in der Stadt deutlich an.
Das EM-Stadion in St. Petersburg. Die Corona-Zahlen steigen vor dem Viertelfinale in der Stadt deutlich an. Maxim Shemetov/Pool Reuters/AP/dpa

Berlin - Die begeisternden Bilder Tausender jubelnder Dänen in Amsterdam täuschten ein wenig. Während in den Niederlanden die Corona-Krise für ein paar Stunden weit weg schien, stiegen im russischen St. Petersburg die Infektionszahlen deutlich an.

Am Sonntag, wenige Tage vor dem ersten EM-Viertelfinale (2. Juli), meldete die Hafenstadt fast 1300 neue Fälle innerhalb eines Tages, es gab erneut mehr als 100 Todesfälle binnen 24 Stunden. Die rasante Verbreitung der Delta-Variante dürfte auch der Europäischen Fußball-Union Sorgen bereiten.

Beim deutschen Achtelfinale am Dienstag (18.00 Uhr/ ARD und Magenta TV) gegen England werden nur 1500 bis 2000 Fans der DFB-Auswahl im Wembley-Stadion sein. Die UEFA vergibt die Tickets nur an Besucher, die in Großbritannien oder Irland leben. Trotz der Virusvariante dürfen bis zu 45.000 Zuschauer zum Klassiker in der Londoner Arena sein.

In Deutschland forderte CSU-Generalsekretär Markus Blume die UEFA auf, ihr Stadionkonzept „noch einmal genau zu prüfen“. Niemandem sei geholfen, „Europameister im Inzidenz-Höhenflug zu werden“, sagte der CSU-Politiker. In München waren bei den bisherigen drei EM-Spielen zwölf positive Schnelltests gemeldet worden. Das Viertelfinale steigt am kommenden Freitag wenige Stunden nach dem in St. Petersburg.

Die UEFA müsse Vorbild für Großereignisse sein, sagte Blume. „Dazu gehört auch, die Maskenpflicht in Stadien durchzusetzen“. Der 46-Jährige bekräftigte das Angebot, dass München als Ersatz bereit stünde, sollte die Ausrichtung Finalrunde in London wegen der steigenden Zahlen doch nicht möglich sein. „Wir sind in München zu allem bereit.“ Eine Verlegung ist wegen der erwarteten Zugeständnisse der Londoner Regierung aber derzeit unwahrscheinlich.

Für die Fans bleibt die Corona-Situation schwer zu greifen. Trotz der Einreisebeschränkungen feierten am Samstag Tausende Menschen aus Dänemark rund um die Amsterdam-Arena den Viertelfinal-Einzug ihrer Mannschaft. Erlaubt war nur ein Aufenthalt von zwölf Stunden. Die Hauptstädte beider Länder trennen aber auch nur gut acht Autostunden. Die Aussichten auf den stimmungsvollen Kurztrip überlagerten wohl die Corona-Sorgen.

„Ich kann unseren Landsleuten gar nicht genug danken“, sagte Dänemarks Nationaltrainer Kasper Hjulmand. „Diese besondere Stimmung bedeutet uns unglaublich viel“. Die Reise zum Viertelfinale in Baku dürfte für die meisten Fans deutlich komplizierter werden. Dennoch: „So geht es nach Baku“, schrieb die Zeitung „Ekstra Bladet“ schon am Sonntag auf ihrer Internetseite.