Nürnberg l Ganz verdaut hatten die Handballer des SC Magdeburg das Ausscheiden im EHF-Pokal-Halbfinale noch nicht, als sie am Donnerstagabend in Nürnberg zum letzten Auswärtsspiel der Saison beim HC Erlangen aufliefen. „Die Enttäuschung war relativ groß. Ich habe versucht in der Trainingswoche entgegenzuarbeiten. Jetzt sehen wir heute, wie frei wir wirklich sind“, sagte SCM-Trainer Bennet Wiegert vor Anpfiff der Partie gegenüber Sky.

Doch mit diesem Spielverlauf hatte wohl auch der Trainer nicht gerechnet. Nach einem jeweils schlechten Start in die erste und zweite Hälfte der Partie konnte der SCM das Spiel gegen gut aufgelegte und schnelle Erlanger nicht mehr drehen. Dass die Niederlage schlussendlich mit 29:31 (14:15) recht knapp anmutet, war jedoch nur der Ergebniskosmetik innerhalb der letzten Minuten geschuldet.

Matthias Musche im Startaufgebot

Wiegert schickte im Tor Dario Quenstedt von Beginn an aufs Spielfeld, Matthias Musche war ebenfalls im Start-Aufgebot. Über dessen Einsatz war ja aufgrund seiner Fersenverletzung kurzfristig entschieden worden. Robert Weber (Schulter) nahm indes erneut nur auf der Bank Platz.

Die 1:0-Führung durch Zeljko Musa vom Kreis war dann für lange Zeit auch die letzte Führung des SCM. Denn Erlangen zeigte sich – wie bereits im Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen – schnell und flexibel in der Abwehr, hatte mit Nikolas Katsigiannis zudem einen starken Rückhalt im Tor.

Abwehr Probleme

Insbesondere Nikolai Link, der in der ersten Halbzeit fünf Treffer erzielte, bereitete der Magdeburger Abwehr Probleme. Mit einem Konter markierte dieser bereits nach neun Minuten die 4:7-Führung für den Gastgeber. Bennet Wiegert reagierte prompt mit der ersten Auszeit: „Ich bin sauer, weil wir nicht bereit sind für dieses Spiel“, sagte der Trainer. Ab jetzt gelte es, den Kampf anzunehmen.

Und das gelang dem SCM dann auch besser. Unter anderem mit Musche, der souverän vom Siebenmeterpunkt agierte, kämpfte man sich auf ein 12:11 (21. Minute) heran. In der 27. Minute ging der SCM durch ein Tor von Pettersson sogar in Führung (14:13).

Die zweite Hälfte

Doch der HC Erlangen konnte nicht nur den Halbzeitstand drehen, 15:14, sondern erwischte auch erneut den besseren Start in die zweite Hälfte. Nach 36. Minuten lag der SCM bereits wieder mit drei Toren hinten (15:18).

Auch der erneute Appell vom Trainer, sich „jetzt aus der Scheiße zu ziehen“, wie es bereits in der ersten Halbzeit gelungen war, fruchtete nicht. Die Fünf-Tore-Führung des HC (23:18/40.) war vorentscheidend, die Franken ließen nichts mehr anbrennen. Der SCM konnte mit den letzten Toren von Bezjak (28:31) und Musche (29:31) noch etwas Ergebniskosmetik betreiben.

„In den letzten Minuten hatten wir ein paar Liter mehr im Tank als Magdeburg“, stellte Erlangens Trainer Adalsteinn Eyolfsson fest. Zudem bitter für den SCM: Zelenovic schied verletzt aus.

HC Erlangen: N. Link 8, Büdel 7/4, Lux 4, Schäffer 3, Bissel 2, Theilinger 2, Steinert 2, Gorpishin 1, Haaß 1, J. Link 1

SC Magdeburg: Musche 8/4, Pettersson 5, Bezjak 4/1, Damgaard Nielsen 4, Christiansen 3, Musa 2, O‘Sullivan 2, Zelenovic 1

Zeitstrafen: 4/3. Schiedsrichter: Denis Regner/Julian Koppl. Zuschauer: 3877.

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