Die vergangenen Wochen standen im Hinblick auf das heutige Pokal-Match unter dem Motto: Wiedersehen mit "Fusi". Der Mann heißt mit bürgerlichem Namen Sigfus Sigurdsson, ist ehemaliger isländischer Nationalspieler, erlebte vor allem beim SC Magdeburg zwischen 2002 und 2006 eine bewegende Zeit: als Publikumsliebling. Heute sehen sich der SCM und Sigurdsson beim TV Emsdetten wieder.

Magdeburg. Ein freundliches Hallo mit "Fusi" wird es überall, nur nicht auf der Platte geben, wenn der Handball-Bundesligist aus Magdeburg beim gastgebenden Zweitligisten zum Achtelfinale um den DHB-Pokal (19.30 Uhr) antritt. Sigurdsson war jedenfalls zuletzt mit Trainer Patrekur Johannesson zum Punktspiel des SCM bei TuS Nettelstedt-Lübbecke aus dem 111 Kilometer entfernten Emsdetten angereist. "Wir wollten sehen, was gegen Magdeburg auf uns zukommt", sagte der 35-Jährige.

Das wäre zum Beispiel folgende Einstellung: Emsdetten soll weiterhin nur eine Zwischenstation auf dem Weg zum Final Four im Mai in Hamburg sein – keinesfalls die Endstation. "Wir sind der Favorit, wir wollen weiterkommen", unterstreicht SCM-Coach Frank Carstens die Rollenverteilung noch einmal. Aber solch eine Konstellation erarbeitet sich ein Team nicht nur aus dem Klassenunterschied heraus: "Wir haben in den letzten drei Spielen Moral und Leidenschaft auf hohem Niveau gezeigt." In Lübbecke war es nun nicht der optimale Ertrag, den der SCM beim 29:29 erntete, weil in den letzten siebeneinhalb Minuten eine Vier-Tore-Führung noch vergeben wurde. Aber "wir waren sehr zufrieden mit unserem Spiel", betont Carstens.

Das war der heutige Gastgeber, neben GWD Minden als Aufstiegsfavorit in die Saison gegangen, wohl nicht mit jeder Partie – und erst recht nicht mit der personellen Situation. Mit Stefan Thünemann und Patrik Kvalvik fiel frühzeitig der Mittelblock aus, weshalb Johannesson nach neuen Alternativen suchen musste – und Sigurdsson zum 9. November verpflichtete. "Emsdetten hat sonst immer eine 6-0 gespielt, jetzt spielen sie eine sehr gute 3-2-1 oder 5-1", hat Carstens beobachtet.

Aber nicht nur diese Ausfälle hatte der TV zu beklagen. Zuletzt bei der Punktspiel-Niederlage bei den Füchsen Berlin II standen noch neun Feldspieler auf dem Bogen. Es fehlte dabei der verletzte Andrej Kourtchev (Rückraum rechts), mit 89 Toren derzeit zweitbester TV-Werfer. Der beste heißt Elvir Elmanovic (Rückraum Mitte), 151 Tore (63 Siebenmeter) markierte der 32-Jährige bislang.

Und doch sendet die Partie im Vorfeld schon zu viele Mahnungen aus, als dass man sie in die Kategorie des selbstverständlichen Sieges platzieren könnte. "Das ist eine ganz heikle Aufgabe", weiß Carstens. Der Coach wird die stärkste Sieben ins Feld führen. Und für die beginne das Erfolgsdenken auch in Emsdetten in der Defensive. In der Offensive "müssen wir erst mal Geduld haben", soll es mit dem vorweihnachtlichen Geschenk klappen.

Geschenke haben SCM-Geschäftsführer Marc Schmedt sowie die Spieler Kjell Landsberg, Yves Grafenhorst und Jure Natek bereits am Montag verteilt. Sie unterstützten bei der Magdeburger Tafel das Küchenpersonal während der Essensausgabe. Zudem wurden 60 Eintrittskarten für die Bundesliga-Begegnung am Sonnabend gegen den DHC Rheinland (19 Uhr) übergeben. Und nicht zuletzt: Die Kindergruppen werden in der Rückrunde zu einem Heimspiel des SCM eingeladen.