"Die Zeit ist reif. Wir wollen endlich mal wieder das schöne Gefühl eines Auswärtssieges erleben." Mit dieser Ansage macht SCM-Trainer Frank Carstens dem heutigen Gegner TuS Nettelstedt-Lübbecke klar, dass er sich für die Bundesliga-Partie in der Merkur-Arena (Anpfiff 19.00 Uhr) warm anziehen muss. Allerdings wollen die Gastgeber den dritten Saisonsieg der Magdeburger auf fremdem Parkett "mit allem, was wir haben, verhindern", gibt sich Neutrainer Markus Baur ebenfalls kämpferisch.

Magdeburg/Lübbecke. Zuversicht schöpft Baur aus seiner gelungenen Premiere als Coach des TuS N-Lübbecke, der bei der HSG Wetzlar einen überraschenden wie überzeugenden Sieg eingefahren hatte: "Von der Art der Spielanlage sind Magdeburg und Wetzlar zwar ähnlich, allerdings ist der SCM qualitativ noch besser besetzt und auch ein Stück cleverer als die HSG", weiß Baur um die Schwere der heutigen Aufgabe. Und doch hofft der Ex-Nationalspieler, dass der größte Trumpf der Gastgeber, die aggressive und vor eigenem Publikum besonders motivierte 6:0-Abwehr, auch heute sticht.

SCM-Kreisläufer Bartosz Jurecki muss also kein Prophet sein, um zu wissen, dass ihm und dem Zusammenspiel mit Tönnesen auch heute wieder besondere Beachtung geschenkt werden wird. "In dieser engen Halle ist es ohnehin schwer zu spielen, dazu kommt noch die unglaublich starke Abwehr", glaubt der polnische Nationalspieler, dass heute Schwerstarbeit auf ihn zukommt – blaue Flecke inklusive.

Den Angriff schätzt Jurecki dagegen "nicht ganz so stark wie im Vorjahr" ein. Aus gutem Grund: "Mein Bruder Michal hat den Verein ja verlassen und ist nach Kielce zurückgegangen", meint der Kreisläufer, der sehr zur Freude von Carstens wohlbehalten vom Länderspiel gegen Deutschland zurückgekehrt ist ("Ich habe jeden Tag eine Kerze ins Fenster gestellt, dass Bartosz nichts passiert"). Um sich dann aber doch wieder auf den Ernst der Dinge zu konzentrieren: "Wir wollen den achten Platz bis zum Jahresende behalten, also müssen wir dieses Auswärtsspiel gewinnen."

Dass sein Team das Zeug dazu hat, davon ist Carstens fest überzeugt: "Wir haben zu unserer Leistungsfähigkeit zurückgefunden und zuletzt gegen Hannover 60 Minuten unsere Chancen genutzt und zudem sehr gut verteidigt. Daran wollen wir in Lübbecke anschließen."

Der SCM-Coach, der heute erneut auf die verletzten Coßbau und Hornke verzichten muss, erhofft sich zudem "einen weiteren kleinen Schritt nach vorn". Soll heißen: "Auswärts braucht man gewöhnlich immer ein paar Tore mehr. Wir müssen also versuchen, die Partie von Anfang an zu dominieren und uns so den nötigen Vorsprung noch vor der Endphase herausarbeiten."