Magdeburg l „Im Moment kommt mal wieder alles zusammen“, stöhnte Steffen Stiebler am Donnerstag angesichts des aktuellen Bulletins zum Gesundheitszustand der Mannschaft. Die Liste der angeschlagenen Spieler hatte sich nach dem Heimspiel gegen Hannover noch verlängert. Mehr als eine Handvoll droht für das EHF-Cup-Rückspiel am Sonnabend in Ungarn auszufallen.

Besonders die Verletzung von Matthias Musche, der sich das Knie verdreht hatte, war dem Sportchef des SCM auf den Magen geschlagen. Beim Linksaußen lag der Verdacht auf einen Bänderriss im Knie nahe. Stiebler: „Matze wird nicht mit nach Ungarn reisen. Ob er längerfristig ausfällt, werden die Untersuchungen beim Spezialisten ergeben“, so Stiebler. Zum Glück ist Yves Grafenhorst nach seiner langen Schulterverletzung rechtzeitig in Form gekommen.

Gegen Hannover überzeugte der Linksaußen mit einer Quote von 100 Prozent (6 Versuche/6 Tore). Und auch der 31-jährige Routinier weiß, wie wichtig es ist, dass der Kopf Erfolgserlebnisse zur Verarbeitung bekommt: „Wir müssen uns belohnen im Spiel, so gesehen war der Sieg gegen Hannover ungemein wichtig.“ Auch, dass es die Mannschaft geschafft habe, die enge Endphase für sich zu gestalten, sei gut fürs Selbstvertrauen gewesen. „Jetzt freuen wir uns auf den Europacup. Da ist das Weiterkommen Pflicht.“

Nur stellt sich die Frage, wer es denn richten soll, denn vielerorts ist Not am Mann. Kreisläufer Zeljko Musa kann noch nicht schmerzfrei werfen, Youngster Maciej Gebala liegt mit Angina flach. Dazu plagt sich Michael Damgaard auch mit ominösen Belastungs-Kopfschmerzen her-um, deren Ursache man auf den Grund zu gehen versucht.

Guter Rat ist auch im rechten Rückraum teuer, nachdem feststeht, dass Jure Natek (Schulter) monatelang ausfallen wird. Zwar befindet sich Andreas Rojewski nach Knie-OP im Aufbautraining, aber das braucht Zeit. Somit ist besonders Blitztransfer Nemanja Zelenovic gefordert. Stiebler: „Parallel zur Variante mit Alex Saul und Rechtshändern suchen wir nach einer externen Lösung. Die muss her. Ich denke nämlich nicht, dass wir gut ein dreiviertel Jahr mit dem vorhandenen Personal überbrücken können, ohne dass eine weitere Überlastung einzelner Spieler droht.“