Magdeburg l Für Yves Grafenhorst stellt sich die Frage nach Prioritäten nicht, für den Linksaußen ist klar: „Das Pokalspiel hat in unseren Köpfen absolut nichts zu suchen, der Fokus gilt einzig und allein dem Punktspiel. Und das wollen wir gewinnen.“ Als Richtschnur betrachtet der Routinier das Ergebnis aus der Vorsaison: Da hatten die Magdeburger kurz nach Weihnachten in einer hart umkämpften Partie mit 36:33 in Göppingen gewonnen. Wiederholung erwünscht!

Und doch lässt es sich nicht vermeiden, dass nicht nur bei den Magdeburger Handball-Fans bereits die Neuauflage des Pokal-Highlights am kommenden Mittwoch in den Köpfen herumspukt. Auch die Spieler sind nur Menschen, denen das Trikot naturgemäß näher ist als die Hose. Denn im Pokal lockt nun mal das größere Erfolgserlebnis, ist man doch dort vom Saisonziel (erneute Teilnahme im Final Four) nur noch ein Schrittchen entfernt.

In der Liga dagegen hat der SCM damit zu kämpfen, sich aus dem tristen Mittelfeld nach oben zu arbeiten. Das gelingt momentan eher schlecht als recht – wie der Zittersieg gegen Eisenach (27:24) gezeigt hat. Und so ist rückblickend auch von einer „gefühlten Niederlage“ die Rede. Und davon, dass es angesichts dieser kräftig und laut gerappelt hat im Karton. Das will und kann Grafenhorst genauso wenig leugnen, wie den Fakt, „dass alle trotz des Sieges mit Frust aus dem Spiel rausgegangen sind. Dass man sich für einen Sieg rechtfertigen muss, ist schon paradox. Das gibt es wohl nur in Magdeburg“.

Für den 31-Jährigen, der gegen den ThSV mit zwei Toren in zwei Versuchen stark begonnen, sich danach aber dem allgemeinen Leistungsabfall im Angriff mit zwei „Fahrkarten“ angepasst hatte, hat die Medaille aber zwei Seiten: „Wir wissen selbst, dass mehr drin war. Und natürlich ist es nicht unser Anspruch, die zweite Halbzeit mit sechs Toren zu verlieren.“ Diesbezüglich sei die Kritik auch durchaus berechtigt gewesen. Aber dennoch habe man das Spiel dominiert und am Ende gewonnen. „Ich finde es einfach schade, dass aus einem Spiel mit 40 guten und 20 schlechten Minuten 60 schlechte gemacht werden“, so der Routinier, der natürlich auch weiß: „Für einen Sieg gegen Göppingen brauchen wir 60 gute Minuten.“