O’Sullivan kommt

Christian O‘Sullivan kann nach seiner Meniskus-Operation im November zwar noch kein Handball spielen. Aber der SC Magdeburg hofft, dass der 24-jährige Norweger in Diensten von IFK Kristianstad bis zum kommenden Sommer vollständig genesen ist. Es ist wohl mehr als nur ein Interesse, welches der SCM für den Rechtshänder hat. IFK-Sportchef Mats Samuelsson bestätigte gegenüber der Tageszeitung „Kristianstadsbladet“, dass der 1,90 Meter große Regisseur kurz vor einer Vertragsunterzeichnung beim SCM steht. O‘Sullivan, norwegischer Nationalspieler (40 Partien/47 Tore), soll den zum HC Erlangen wechselnden Michael Haaß beerben und ablösefrei nach Magdeburg wechseln.(dh)

Magdeburg l Neun Stunden vor dem Anwurf am Mittwochabend um 19 Uhr hatte Bennet Wiegert, der neue Trainer des SCM, die Mannschaft mit einer Videobesprechung und einem „Anschwitzen“ auf den Pokalkracher eingestimmt. Während der 33-Jährige die Magdeburger Tugenden heraufbeschwor („Leidenschaft, Herzblut, Kampf werden heute mehr wert sein als Taktik“), hoffte das Umfeld des Clubs auf den „Neuen-Besen-Effekt“ und die Fans auf ein Wunder. Beide Rechnungen gingen auf.

Angefangen hatte es wunschgemäß: Der SCM brannte sofort lichterloh. Das war gut so, denn von der ersten Minute an hatte die Partie den Biss, die Härte und die Emotionalität, die ein Pokal-Viertelfinale ausmachen. Die schnelle 3:1-Führung der Magdeburger glich Göppingen zum 3:3 aus (7.). Doch sofort schenkte Jacob Bagersted einen Doppelschlag zum 5:3 nach und verschaffte seinem Team etwas Luft.

Zwischendurch konnte sich der exzellent gestartete Dario Quenstedt mit Glanzparaden (23/davon drei gehaltene Siebenmeter) in Szene setzen. Eine seiner insgesamt zwölf Paraden in der ersten Hälfte nutzte Kapitän Fabian van Olphen, um die erstmalige Drei-Tore-Führung herzustellen (7:4/13.).

Doch die Gäste ließen sich auch davon nicht verunsichern, dass ihr der im Punktspiel vor vier Tagen noch überragender Keeper Primosz Prost zunächst kaum eine Hand an den Ball bekam. Vor allem Michael Kraus (10 Tore) wirbelte unermüdlich. Mit einem keineswegs beruhigenden Polster von zwei Toren ging es in die Halbzeitpause.

Das Spiel der Marke „Kampf pur“ nahm weiter Fahrt auf. Die Gäste kämpften sich bis auf ein Tor heran (16:17/36.). Doch mit dem „8. Mann im Rücken“ bekamen die Magdeburger die zweite Luft und zogen durch das sechste Tor von Robert Weber auf 20:16 davon (40.).

Auf einmal klappte alles, Quenstedt vernagelte das Tor, die Chancen im Angriff wurden konsequent genutzt, die Deckung ackerte und rackerte, was das Zeug hergab. Die Magdeburger Fans unter den 5730 Zuschauern bekamen genau das geboten, was sie sehen wollten: Herz, grün-rote Leidenschaft und Kampf pur! „Für mich war es einfach wichtig, dass wir ein gutes Spiel gezeigt haben“, sagte Kapitän van Olphen nach der Schlusssirene.

In dieser euphorischen Stimmung dagegenzuhalten, war für die Göppinger in den letzten 20 Minuten nahezu unmöglich. Und wie sich zeigen sollten, vergebene Müh’. Mit Bennet Wiegert als neuen Leitwolf war hier und heute kein Magdeburger gewillt, sich den Sieg und damit den Einzug ins Final Four nehmen zu lassen. Aber der Coach gab das Lob an sein Team weiter: „Nicht ich oder Tomas Svensson haben gewonnen, sondern die Mannschaft. Wichtig war, dass wir in schwierigen Phasen den Kopf oben behalten haben und eine Schippe drauflegen konnten, als es kritisch wurde.“

Magdeburg: Quenstedt, Green – van Olphen, Bagersted 5, Grafenhorst 3, Haaß 1, Bezjak 2, Gebala, Weber 10/6, Saul, Sohmann, Damgaard 2, Lemke , Czech, Zelenovic 4

Göppingen: Prost, Rutschmann – Kraus 10/4, Kneule 1, Späth, Lobedank, Barud, Sesum 1, Fontaine 3, Kaufmann 4, Kristensen 2, Schiller 2/1, Halén 2

Schiedsrichter: Blümel/Loppaschewski. Zuschauer: 5730. Siebenmeter: SCM 7/6; Göppingen 7/3. Zeitstrafen: 4, Bagersted Rot (55./3. Zeitstrafe) / 2.