Magdeburg l Bennet Wiegert schoss nach Abpfiff direkt von der Platte in die Katakomben der Swiss Life Hall, um seinen ersten Frust rauszuschreien, selbst der Ballsack war vor den Tritten des SCM-Coaches nicht sicher. Mads Christiansen reagierte leiser, aber nicht weniger enttäuscht: „Es ist schwierig, jetzt einfach nach vorne zu schauen. Aber natürlich müssen wir versuchen, die positiven Dinge mitzunehmen.“ Am 24. September tritt der SCM gegen GWD Minden an (15 Uhr). Bis dahin müssen die Grün-Roten die 30:32 (17:13)-Niederlage am Sonntag beim Tabellenführer TSV Hannover-Burgdorf verarbeitet haben.

TSV-Trainer Carlos Ortega hatte es im Vorfeld geahnt: „Gegen Magdeburg wird es ein intensives Spiel.“ Das wurde es tatsächlich von der ersten Sekunde an. Der SCM übte in der Defensive sofort Druck aus, schloss zudem die Wege zum Kreis. Keeper Jannick Green parierte in der ersten Halbzeit sechs Bälle und zwei Siebenmeter und riss die mitgereisten Fans unter den 3709 Zuschauern mit, die die Stimmung auf Heimspiel-Niveau hoben. Die Gastgeber führten zwar mit 4:2 (8.), aber dann zog Grün-Rot auch im Angriff an. Mit extremem Zug zum Kreis und zuweilen überragenden Pässen schaffte der Gast die erste Führung (4:5/13.) durch Mads Christiansen. „Wir haben in der Abwehr stark gearbeitet“, sagte der 31-Jährige. „Das hat uns die Möglichkeit gegeben, mit unserem Tempospiel zum Erfolg zu kommen.“ Der SCM setzte sich ab: auf vier (6:10), auf fünf (7:12) und auf sechs Tore (9:15/26.).

Eiskalt bestraft

Den deutlichen Abstand hielt Magdeburg bis zur 37. Minute (17:22). Zweimal vergab das Team beste Chancen beim Angriff mit zusätzlichem Feldspieler. Zweimal wurden sie eiskalt bestraft. Hannover verkürzte auf 21:22 (41.). Christiansen resümierte: „Das war das Gleiche wie in Kiel (32:34/d. Red.). Wir haben in ganz, ganz kurzer Zeit den Vorsprung aus der Hand gegeben. Das war hart für den Kopf.“

Inzwischen hielt es keinen Fan mit erhöhter Herzfrequenz mehr auf seinem Sitzplatz. Robert Weber brachte den SCM wieder mit zwei Toren in Front (25:27/51.). Mit dem 26:28 (52.) markierte Christiansen seinen zwölften Treffer bei 16 Versuchen. Er war damit bester SCM-Werfer. Aber auch über seine persönliche Quote konnte er sich nicht freuen. „Mir wären weniger Tore lieber gewesen, wenn wir gewonnen hätten. Wir hatten ja unsere Möglichkeiten, wollten es vielleicht einfach zu gut machen“, sagte der Däne. Letztlich agierte auch er nicht fehlerfrei im Angriff. Und plötzlich lag der TSV wieder vorn (29:28/56.). Die Stimmung hatte sich längst zugunsten der Gastgeber gedreht. Hannover verteidigte die Führung, in Überzahl gelang dem Gastgeber das 31:29 (58.). Und Hannover hatte das Glück des Spitzenreiters. Matthias Musche vergab die letzte SCM-Chance per Siebenmeter. Aus. Vorbei. 32:30.

TSV: Ziemer/Semisch – Johannsen 6, Mortensen 9/5, Patrail 1, Pevnov 2, Häfner 4, Böhm 4, Karason 2/1, Olsen 1, Brozovic 3, Kalafut, Christophersen, Kastening, Büchner

SCM: Green/Quenstedt – Musa 1, Chrapkowski 1, Musche 1, Pettersson, Molina, Christiansen 12, Mertens, O’Sullivan 1, Bezjak 1, Weber 7/2, Kalarash, Damgaard 6, Zelenovic

Schiedsrichter: Blümel/Loppaschweski (Berlin). Zuschauer: 3709. Siebenmeter: TSV 6/8 - SCM 2/4. Zeitstrafen: TSV 5 – SCM 4

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