Bietigheim l Offenbar war Michael Damgaard in dieser frühen Phase der Partie angefressen genug, um die Brechstange mit seiner rechten Wurfhand auszupacken. In den ersten zehn Minuten nahm sich der 28-jährige Däne vier Würfe, vollendete davon einen zum zwischenzeitlichen 4:3 (10.). Und sorgte erstmals auf der Ersatzbank des SC Magdeburg für Freude. Bis dahin war es nämlich ein sehr zäher Auftritt der Grün-Roten am Donnerstagabend bei der SG BBM Bietigheim. Viele vergebene Angriffe, viele leichte Gegentreffer. Doch schon im Endspurt der ersten Halbzeit drehten die Magdeburger die Partie und setzten sich an diesem 15. Spieltag der Handball-Bundesliga letztlich souverän mit 33:29 (19:15) durch.

Robin Haller hatte genau auf ein solches Spiel gehofft. „Ich weiß zwar nicht, was für uns drin ist, aber die Mannschaft wird ihr Bestes versuchen“, war sich das 33-jährige Bietigheimer Urgestein vor dem Anwurf sicher. Der Aufsteiger war in der Vorsaison eines der konterstärksten Teams in der zweiten Liga. Doch diese Qualität kam im Oberhaus erst in den vergangenen Wochen zum Tragen. So gelangen zuletzt zwei Auswärtssiege in Ludwigshafen und Hannover-Burgdorf. Und so tankte der Tabellenvorletzte Selbstvertrauen.

Der schnelle Tempogegenstoß prägte also auch die Partie gegen den SCM. So wie es die Mannschaft von Trainer Bennet Wiegert selbst gerne zelebriert, so nutzten die Gastgeber jeden Ballverlust, jede vergebene Chance des Kontrahenten zu leichten Treffern. Bis zum 6:3 (11.) sah das überraschend gut aus, danach aber arbeiteten und kämpften sich die Magdeburger mehr und mehr in die Partie. Christian O’Sullivan gelang in der 14. Minute das Tor zur ersten Führung (7:8). Doch die Hausherren setzten sich weiterhin gegen eine zunächst löchrige 6-0-Abwehr durch und schafften erneut einen Zwei-Tore-Vorsprung beim 12:10 und 13:11 (23.).

Trotzdem hatte die Präzision im Abschluss des SCM zugenommen, allein Damgaard markierte vor dem Wechsel bereits sieben Tore. Und dann nahm die Partie eben jenen Verlauf, den so ziemlich alle Partien in dieser Saison genommen haben – mit Ausnahme der Spiele bei den Füchse Berlin (24:27) und in Flensburg (25:26). Nach einem 8:2-Lauf gingen die Magdeburger mit einer 19:15-Führung in die Kabine. Das konnte auch der starke Domenico Ebner im BBM-Tor mit sieben Paraden (insgesamt 17) nicht verhindern.

Aber wenn es auch zwischenzeitlich danach aussah, als könnten die Gastgeber dem Tempo und den Ideen des SCM nicht mehr folgen, kamen sie bis zur 48. Minute noch einmal auf 25:28 heran – weshalb Coach Wiegert die Grüne Karte zog. „Männer, wir haben alles im Griff. Aber wir müssen wieder die Zweikämpfe gewinnen“, machte der 36-Jährige unterhalb des Sky-Mikrofons deutlich. Und letztlich reichte es auch bei der Generalprobe vor dem EHF-Cup-Rückspiel am Sonntag beim FC Porto zum 33:29-Arbeitssieg – dem 13. Saisonerfolg.

Bietigheim: Ebner/Müller – Haller, Vlahovic, Rentschler 6, Claus 3, Schäfer 7/3, Schmidt 2, Oehler, Rönningen, Link 6, Asmuth 2, Döll 2, P. Weber, Emanuel, Marcec

SCM: Green/Quenstedt – Musa 2, Musche 10/2, Kluge, Pettersson 3, de la Pena, Plaza Jimenez, Molina, Christiansen 8, Lagergren, O‘Sullivan 2, Bezjak, Weber, Damgaard 7, Baumgart

Schiedsrichter: Ramesh und Suresh Thiyagarajah (Gummersbach). Zuschauer: 1708. Siebenmeter: BBM 3/3– SCM 2/2. Zeitstrafen: BBM 1 – SCM 0

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