Einmal noch müssen die personell gebeutelten Handballer des SCM alle Reserven mobilisieren, um aus dem letzten Spiel des Jahres und der Bundesliga-Hinserie als Sieger hervorzugehen. Gegner ist am Dienstag in der GETEC-Arena (20.15 Uhr) die HSG Wetzlar.

Magdeburg l Wenn am Dienstagabend das neunte Heimspiel der Hinserie angepfiffen wird, feiert der SCM eine bemerkenswerte Premiere: Es ist in der Saison 2011/12 die erste Partie in heimischen Gefilden, die nicht im Fernsehen oder im Internet zu sehen sein wird. Doch nicht nur deswegen bezeichnete Manager Marc Schmedt die HSG Wetzlar als einen "aus wirtschaftlicher Sicht äußerst dankbaren Gegner zum Jahresausklang".

Denn über 6500 Tickets wurden im Vorverkauf bereits abgesetzt. Gegen Kiel, Berlin oder die Löwen wäre die Halle so oder so recht voll gewesen, "bei Wetzlar zu einem anderen Termin eher nicht. So aber ist der Zuspruch überwältigend", freute sich der Geschäftsführer gestern, dass vor allem der Weihnachtsmann die Kassen noch einmal richtig zum Klingeln gebracht hatte.

Allerdings muss sich der SCM noch einmal kräftig strecken, um die gute Hinserie mit einem Sieg abzurunden. "Wir wollen den sechsten Tabellenplatz unbedingt absichern, dazu brauchen wir die zwei Punkte. Ich hoffe, dass wir noch einmal allen Ausfällen trotzen können", erklärte Trainer Frank Carstens ungeachtet dessen, dass sich personell nichts zum Positiven gewendet hat.

Während Fabian van Olphen, der nach überstandener Kreuzband-OP heute Abend als "Kapitän außer Dienst" zumindest hinter der Bank Beistand leisten wird, muss der frisch an der Leiste operierte Jure Natek schweren Herzens zu Hause bleiben. "Der Operateur hat sechs bis acht Wochen Pause prognostiziert", wusste Carstens gestern zu berichten.

"Sehr fraglich" sei auch der Einsatz von Ales Pajovic. Der Slowene konnte zuletzt nur eingeschränkt trainieren. "Wir hoffen, dass Pajo uns zumindest in der Verteidigung ein wenig weiterhelfen kann", sagte der Trainer und stellte Bartosz Jurecki und Kjell Landsberg darauf ein, dass sie "erneut eine sehr große Last zu tragen haben werden".

In Bezug auf den sich in der zweiten Hälfte der Hinserie stabilisierenden Tabellenzwölften sieht Carstens vor allem die Abwehr gefordert: "Bei Wetzlar ist der starke Rückraum mit Valo, Müller und auch Salzer zu beachten. Alle drei bringen eine sehr stabile Leistung." Zudem gehöre das Torhüter-Gespann Weber/Marinovic "zu den besseren in der Liga".

Um im Angriff die Zwei-Meter-"Latten" im HSG-Block zu überwinden, "dürfen wir nicht aus dem Stand heraus agieren". Grundvoraussetzung für einen Sieg sei aber auch, die Zahl der technischen Fehler gegenüber dem Hamburg-Spiel (Carstens: "15 in 60 Minuten sind nicht akzeptabel") zu reduzieren.

HSG-Coach Gennadij Chalepo, der auf Mittelmann Alois Mraz (Bruch des Mittelfingers) verzichten muss und zudem um Linksaußen Kevin Schmidt (Grippe) bangt, sagte gestern: "Magdeburg ist auch ohne van Olphen und Natek stark und steht nicht umsonst auf Rang sechs. Aber eine Chance gibt es immer, zumal ich vor allem aus unseren knappen Hamburg-Niederlage ein gutes Gefühl mit nach Magdeburg nehme."