Magdeburg l Dass Christian O’Sullivan mit den Norwegern bei der Handball-WM schon im Viertelfinale ausgeschieden war, dürfte im Hause des SCM-Kapitäns einen sogar richtig gefreut haben. Labrador „Maxwell“ bekam dadurch schließlich sein Herrchen früher zurück und konnte endlich wieder zusammen Gassi gehen. Bei einem der Spaziergänge sind beide auf dem Instagram-Account O’Sullivans auf der Brücke am Wasserfall an der Alten Elbe zu sehen. Und durch die gemeinsamen Runden dürfte auch Maxwell dafür gesorgt haben, dass beim Norweger der WM-Frust inzwischen verflogen ist und er jetzt mit dem SCM in der Bundesliga und auf internationaler Bühne angreifen will.

Seit Mittwoch wieder beim Team

Am Mittwoch stieg der 28-Jährige wieder ins Training der Grün-Roten ein. Ein Ausflug in die Heimat war coronabedingt nicht möglich. „Wir sind von Ägypten aus nach Hamburg geflogen. Und von dort aus sind die Bundesligaspieler dann alle gleich zu ihren Clubs. Nach Norwegen zu reisen hätte ja bedeutet, dass man dann bei einer Rückkehr nach Deutschland zehn Tage in Quarantäne gemusst hätte“, erklärt O‘Sullivan, der natürlich nicht nur mit Maxwell unterwegs war: „Ich habe auch schon selbst trainiert und fühle mich ganz gut.“

Auch bei der WM hinterließ er einen stabilen Eindruck und war eine absolute Stammkraft seines Teams. O‘Sullivan: „Ich habe viel Verantwortung bekommen. Das hat mich gefreut. Aber wir hatten als Team höhere Ziele, und deshalb kann ich auch nicht zufrieden mit mir selbst sein. Leider war Spanien zu stark.“

Ziel sind die Top drei

Auffällig war bei der WM auch, dass „Sulli“ in der Abwehr viel im Mittelblock zum Einsatz kam. Beim SCM soll das aber die Ausnahme bleiben. O’Sullivan: „Wir haben hier viele gute Mittelleute. Aber Alternativen kann man in der Mannschaft ja nie genug haben.“ Schließlich hat der Kapitän mit seinen Grün-Roten in der restlichen Saison noch viel vor. O’Sullivan: „Wir haben in den ersten Monaten der Serie zu viele Punkte abgegeben und waren deshalb in der Tabelle zurückgefallen. Aber jetzt schauen wir nach oben, wollen uns verbessern und wieder dort hin, wo wir in den letzten Jahren waren – unter die Top drei.“

Anstrengende Wochen

Die Verlegung des Spiels in Flensburg hat der Rückraumspieler deshalb sehr begrüßt. „Aus Magdeburg waren sieben Spieler bei der WM und deshalb rund einen Monat weg. Da ist es ganz gut, dass wir jetzt noch ein paar Tage extra zum Trainieren haben und uns dadurch auch erst einmal wieder richtig finden können. Außerdem werden die nächsten Wochen noch hart genug. Da haben wir zwei Spiele in der Woche und müssen reisen, was bedeutet, dass zum Training kaum noch richtig Zeit bleibt“, sagt O’Sullivan.

Besiktas nicht unterschätzen

Auch das erste Pflichtspiel nach der WM dürfte den Magdeburgern entgegenkommen. Da wird am Dienstag (20.45 Uhr, DAZN) im Europacup Besiktas Istanbul in der Getec-Arena erwartet. Der türkische Serienmeister hat bisher alle fünf Gruppenspiele verloren. Und im Hinspiel feierte der SCM mit 41:23 sogar ein Schützenfest. „Unterschätzen werden wir Besiktas deshalb auf keinen Fall. Im Hinspiel haben dort ja auch einige Spieler gefehlt. So einfach werden sie es uns bestimmt nicht wieder machen“, betont O‘Sullivan und ergänzt: „In der European League haben wir im Titelkampf alles noch in den eigenen Händen. Und das wollen wir nutzen.“