Magdeburg l In der nächtlichen Stille hat Bennet Wiegert den nächsten Gegner analysiert. Während seine Spieler am Sonntag auf der Heimreise mit dem Bus von Göppingen nach Magdeburg den ersten Schlaf suchten, sammelte der Trainer des Bundesligisten SCM bereits Videos, die er seiner Mannschaft am Dienstag im Zusammenschnitt präsentieren wird. „Ich habe mich die ganze Fahrt mit dem HC Erlangen beschäftigt“, berichtete Wiegert. Und die Fahrt durch den Schneeregen im Thüringer Wald war ja ziemlich lang. Am Montag um 2.30 Uhr erreichten die Grün-Roten die Getec-Arena – und wurden vom Coach mit individuellen Regenerationsaufgaben für den Tag verabschiedet.

Wiegert sah verdienten Sieg

Mit ein wenig Abstand wollte Wiegert nach dem 32:31 (15:17) in Göppingen nicht von einem glücklichen Sieg reden, vielmehr von einem verdienten. „Beide Teams haben gekämpft und wollten auf Biegen und Brechen zwei Punkte“, sagte er zwar. Aber Wiegert hatte Situationen ausgemacht, in denen sein Team das Blatt früher wenden konnte als mit dem Siegtreffer von Michael Damgaard in der Schlusssekunde. Dazu gehörte womöglich der vergebene Konter von Piotr Chrapkowski beim 18:17 (33.), dazu gehörte eine verpasste Chance beim 30:30 (56.), als der SCM nach Ballgewinn nicht das verwaiste Tor anvisierte, nachdem Frisch-Auf-Trainer Rolf Brack den zusätzlichen Feldspieler gebracht hatte.

Der 63-Jährige hatte vor dem Anwurf erklärt: Die Partie werde „im Tempospiel und in der Torwartquote entschieden“. Wie sich selbst ein so erfahrener Mann irren kann: In beiden Statistiken hatte der SCM nämlich das Nachsehen. Den Gegenstoß entschied Göppingen mit 16:15 für sich, die Paraden mit 12:10. Tim Kneule, Göppingens Regisseur, sagte bei Sky: „Die Zahl unserer technischen Fehler war viel zu hoch. Und deshalb können wir auch nicht meckern, verloren zu haben.“ Damgaard meinte indes: „Wir hatten das Glück, das man im Handball braucht.“

Hartes Programm

So geht der SCM nun als Tabellensechster mit 16:10 Punkten in die Aufgabe gegen den HC Erlangen (16./6:18) am Donnerstag (19 Uhr, Getec-Arena). Wiegert hat sich auf der Heimreise aus Göppingen unter anderem die Partien der Franken gegen N-Lübbecke (22:22) und Wetzlar (23:26) angeschaut. Aber er muss schon einen Schritt weiter denken, denn jetzt geht es Schlag auf Schlag. Bereits am kommenden Sonntag steht das Hin- und Heimspiel der K.o.-Runde im EHF-Cup gegen HC Constanta (Rumänien/15 Uhr) an. Dann reist der SCM zur SG Flensburg-Handewitt (23. November/19 Uhr), und drei Tage später steigt wiederum das Rückspiel in Constanta (17 Uhr). „Natürlich habe ich schon ein Augenmerk auf diese Partie“, erklärte der 35-Jährige zur internationalen Aufgabe. Und entsprechendes Videomaterial außerdem.

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