Magdeburg l „Wer sich auf das Spiel gegen Kiel nicht freut, der ist in diesem Geschäft falsch“ – das sagte SCM-Trainer Bennet Wiegert bereits kurz nach der Partie gegen die MT Melsungen am vergangenen Sonntag. Und seither hat sich an seiner Einschätzung auch nichts geändert, im Gegenteil: „Ich freue mich auf diese Partie und mag ja so was, es kribbelt auf jeden Fall“, meint Wiegert nach dem Training am Freitagnachmittag. „Der THW ist zurzeit das Nonplusultra und hat einen Lauf. Deshalb ist da noch einmal ein besonderer Reiz dahinter.“

Kiel will die Revanche

Eine besonders reizvolle Aufgabe ist das Spitzenspiel auch deshalb, weil die Mannschaft von Alfred Gislason auf Revanche sinnt. Immerhin war es der SCM, der dem Club aus dem Norden die letzte Niederlage zugefügt hat. „Wir haben mit dem SCM noch eine Rechnung offen“, lässt dementsprechend auch THW-Kapitän Domagoj Duvnjak auf der Vereins-Homepage mitteilen. Und fordert für das Vorhaben die volle Unterstützung der Fans ein.

Es wurmt die Kieler also immer noch, dass sie im September 2018 beim 30:35 in der Getec-Arena Punkte liegen gelassen haben. Im Kampf um den Meistertitel – der THW liegt als Zweitplatzierter mit vier Punkten Rückstand hinter Flensburg – könnten diese noch ausschlaggebend sein. Und vielleicht ärgern sie sich auch ein bisschen darüber, dass sie selbst der Spielverlegung zugestimmt hatten.

Denn die Partie vom 17. Spieltag war eigentlich für Mitte Dezember terminiert. Allerdings war die Getec-Arena zu der Zeit durch „Holiday on Ice“ belegt. In Abstimmung einigten sich Vereine und HBL daher darauf, das Spiel vorzuziehen. „Das war für uns viel wert. Denn in der Zeit hatten wir einen Flow und einen vollen Kader. Im Dezember kamen dann ja bekanntlich die Verletzungssorgen. Wäre das Spiel regulär ausgetragen worden, wären die Vorzeichen im Nachhinein für uns also schlechter gewesen“, ist sich Wiegert sicher.

Während der SCM also strauchelte, legte der THW richtig los und startete eine Siegesserie in drei Wettbewerben. Chancenlos sind die Magdeburger deshalb am Sonntag aber nicht. Der Start in die Bundesliga-Rückrunde ist mit dem 32:24-Sieg über Melsungen gelungen. Und beim zuletzt angeschlagenen Spielmacher Marko Bezjak (Fußverletzung) hat es „keine Rückschritte“ gegeben.

Einsatz von Plaza fraglich

Einzig hinter dem Einsatz von Ignacio Plaza, der sich in jener Partie eine Gehirnerschütterung zugezogen hat, steht ein Fragezeichen. „Es geht ihm eigentlich gut, das einzige Problem ist, dass er bisher noch nicht trainieren darf“, sagt Wiegert. Heute soll der Spanier erstmals etwas Fahrrad fahren. „Wenn das ohne Kopfschmerzen geht, überlege ich, ihn aufzustellen.“ Der Spanier ist vor allem mit Blick auf die Entlastung von Kreisläufer Zeljko Musa eine wichtige Alternative.

Dass sich der THW Kiel im EHF-Cup am Mittwoch gegen das polnische Team aus Pulawy zu einem 26:23 mühte, daraus will Wiegert aber keine Rückschlüsse ziehen. „Sie werden gegen uns ein ganz anderes Gesicht zeigen, da bin ich mir sicher.“

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