Magdeburg l Drei Spiele, drei Siege! Die Handballer des SC Magdeburg sammeln nicht nur fleißig Punkte, sondern machen auch weiterhin Werbung für ihren Sport. So war selbst die Begegnung gegen den TVB Stuttgart mit 6600 Zuschauern ausverkauft. „Und für unser nächstes Heimspiel gegen Ludwigshafen sind schon 5900 Karten weg“, zeigt sich SCM-Geschäftsführer Marc Schmedt beeindruckt.

Auch die TV-Einschaltquoten des SCM können sich sehen lassen. Das Spiel in Kiel sollen auf Sky rund 130.000 Zuschauer verfolgt haben. Für Handball-Verhältnisse gigantisch. Fußball-Bundesligaspiele des VfL Wolfsburg schauen sich beim Privatsender im Schnitt gerade mal 230.000 Zuschauer an. Dass die Handball-Bundesliga in den öffentlich-rechtlichen Sendern auch kräftig zweitvermarktet wird, bringt dem SCM übrigens die größte Reichweite aller Clubs. Durch Sendungen wie „Sachsen-Anhalt heute“ im MDR, dem „Mittagsmagazin“ von ARD und ZDF, der „Sportschau“ und anderen Programmen kam der SCM von August bis Dezember 2018 auf eine Gesamt-Reichweite von 73,5 Millionen Zuschauern und führt damit die Tabelle deutlich vor Leipzig, Flensburg, den Rhein-Neckar Löwen und Kiel an.

Große Nachfrage nach Dauerkarten

Während die Spieler auf der Platte weiterhin Tore werfen oder verhindern sollen, ist es an Schmedt, die Euphorie auch für neue Sponsoren und im Marketing zu nutzen. Schmedt: „Unsere Siege und die emotionale, positive WM zuvor machen Lust auf Handball. Diese positive Grundstimmung spüren wir immer noch, wenn wir mit unseren Partnern sprechen oder neue gewinnen wollen.“ Auch die Nachfrage nach Dauerkarten ist gestiegen. Aktuell hat der SCM 4200 Jahrestickets vergeben. Weit mehr als 100 Fans haben neue Anträge gestellt. Schmedt: „Die können wir aber nur berücksichtigen, wenn aktuelle Dauerkarteninhaber ihr Vorkaufsrecht für die nächste Saison nicht mehr nutzen. Denn uns ist wichtig, dass wir auch immer noch genug Karten für den freien Verkauf zur Verfügung haben.“

Dass der Zuschauerschnitt mit 6368 trotz reduzierter Kapazität höher als in der vorigen Saison (6245) ist, spricht ebenfalls für die gewachsene Begeisterung. Durch Umbaumaßnahmen auf den Rängen wurde das Fassungsvermögen für die Spiele der Grün-Roten in der Getec-Arena in den letzten Jahren von 7100 über 6800 bis auf 6600 Zuschauer gesenkt.

So bitter das Aus im EHF-Cup auch war, könnte es aber möglicherweise den einen und anderen Fan vielleicht auch eher zu den Bundesliga-Spielen gelockt haben. Denn mit dem Ausscheiden aus dem internationalen Wettbewerb fielen auch drei Heimspiele in der Gruppenphase weg. SCM-Besieger Porto ist übrigens mit bislang sechs Punkten in der Gruppe C auf Viertelfinalkurs.

Aufgaben

Wohin der Kurs des SCM führt, zeigen nach Meinung von Schmedt vor allem die nächsten Auswärtsspiele. „Da müssen wir beim Bergischen HC und in Minden ran. Und das sind extrem unangenehme Aufgaben, wo am Ende die Tabellenplätze gemacht werden. Auf dem Papier mögen diese Aufgaben zwar klar für uns sprechen. Aber solche Rechnereien kann man in der Bundesliga vergessen. Der BHC und Minden spielen ihre besten Serien seit Jahren “, erklärt der 49-Jährige.

Und der SCM bekam ja schon gezeigt, was es bedeutet, wenn Stammkräfte plötzlich ausfallen. Schmedt: „Im Herbst waren O’Sullivan, Bezjak und Chrapkowski verletzt. Dazu quälte sich unter anderem Lagergren mit einem Infekt herum. Da kann man einen noch so breiten Kader haben. Solche Spieler sind nicht zu ersetzen.“