Magdeburg l Obwohl die neuen Corona-Maßnahmen erst ab Montag gelten, erwartet die Handballer des SC Magdeburg schon am Sonntag in Coburg ein Geisterspiel. Die Stadt in Oberfranken hat angesichts des steigenden 7-Tage-Inzidenzwertes keine Zuschauer erlaubt. Dürfte für den SCM als Gäste-Team zwar ein zusätzlicher Vorteil sein, aber an der klaren Favoritenstellung der Magdeburger gäbe es auch in rappelvoller Halle keine Zweifel. Coburg, wohin im Sommer mit Justin Kurch und Paul Schikora zwei Spieler von den SCM-Youngsters gewechselt sind, hat bisher auch alle fünf Spiele nach der Rückkehr in die Bundesliga verloren.

Schwellung im rechten Knie

Der SCM war im Dezember 2016 letztmals in der HUK-Coburg-Arena und landete damals souverän mit 42:27 einen Kantersieg. Einer von sieben Spielern des SCM, die damals schon zum Kader gehörten, ist Jannick Green. Ob der Däne aber auch am Sonntag zwischen den Pfosten stehen kann, dahinter steht noch ein dickes Fragezeichen. Green plagt sich mit einer Schwellung im rechten Knie herum und konnte nicht voll trainieren. Green: „Es ist zumindest nichts verletzt, was operiert werden müsste. Nun muss ich schauen, ob es besser wird. Große Erfahrungen habe ich mit Knieverletzungen ja bisher zum Glück nicht. Denn ich hatte da noch nie Probleme.“

Schlechte Phasen minimieren

Dass es auch unerwartete Probleme in den Spielen geben wird, ist dagegen nicht überraschend. Green: „Nach einer sechsmonatigen Pause war uns allen bewusst, dass die Liga auch ein bisschen verrückt spielen wird. Dass wir zwei von bisher drei Heimspielen verlieren, darf natürlich nicht passieren. Wir hatten in beiden Partien jeweils eine schlechte Halbzeit und haben deshalb vier Minuspunkte. Viele Ausrutscher dürfen wir uns jetzt nicht mehr leisten. Sehr ärgerlich. Schlechte Phasen gehören bei einem Handball-Spiel dazu. Aber wir müssen jetzt daran arbeiten, dass die nicht mehr so lange andauern und wir stabiler werden.“

Dürfte besonders wichtig sein, wenn der SCM nach der Länderspielpause die Rhein-Neckar Löwen empfängt und dann nach Melsungen muss. Green: „Zwei Spiele, in denen wir uns richtig beweisen können.“

Kein Verständnis für Geisterspiele

Die neuen Corona-Einschränkungen ärgern Green ebenfalls. „Ich kann nicht verstehen, warum jetzt überhaupt keine Zuschauer mehr in die Hallen dürfen und der Kinder- und Breitensport gestoppt wird. Weil daraus keine erheblichen Infektionen hervorgegangen sind, sind diese Entscheidungen schwer nachvollziehbar. Aber wir müssen es respektieren. Wichtig ist, dass die Liga irgendwie weitergeht“, sagt der Däne.