Magdeburg l Auch wenn Minden in der Bundesliga gegen den Abstieg kämpft, ist Bundesliga etwas anderes als Besiktas Istanbul in der European Handball League. Da hatte der SCM am Dienstag ein lockeres Schützenfest (41:22) gefeiert. „Viele haben gedacht, dass wir erneut hoch gewinnen. Aber in der Bundesliga gewinnt man nicht einfach so. Deshalb bin ich sehr glücklich, dass wir am Ende diese zwei Punkte haben“, sagte SCM-Trainer Bennet Wiegert nach dem 29:28 (16:17).

SCM kam schwer in Tritt

Der SCM kam gegen Minden ganz schwer ins Spiel und lief zunächst einmal einem Rückstand hinterher. Erst nach sieben Minuten warf Christian O’Sullivan die Gastgeber erstmals in Führung. Aber eine breite Brust bekamen die Magdeburger dadurch immer noch nicht. Trainer Bennet Wiegert: „Da hat bei uns am Anfang auch die Ausstrahlung gefehlt. Außerdem mussten sich die WM-Fahrer erst einmal wieder auf die Bundesliga einstellen. Denn in Ägypten wurde ja alles viel strenger geahndet.“

Rückstand zur Pause

So ging das Auf und Ab weiter. Nach 13 Minuten kassierte der SCM durch zwei Gegenstöße sogar den ersten Zwei-Tore-Rückstand (6:8). Daraus machten die Grün-Roten zwar in der 20. Minute eine 11:9-Führung – um drei Minuten später mit 11:13 zurückzuliegen. Inzwischen versuchte sich Tobias Thulin statt Jannick Green zwischen den Pfosten. Gisli Kristjansson durfte im zentralen Rückraum an und Kreisläufer Magnus Gullerud kam nach seiner Rücken-Operation im Dezember doch schneller zu seinem Comeback als erhofft. Einen 16:17-Rückstand zur Pause konnte aber auch das nicht verhindern.

Preuss verletzt sich am Knie

So dürfte es in der Magdeburger Kabine etwas lauter zugegangen sein. Und die Grün-Roten waren bei Wiederbeginn auch sofort wach und machten aus dem Rückstand innerhalb von drei Minuten ein 18:17. Viele Abspielfehler luden Minden aber immer wieder zu Gegenstößen ein. Und so hieß es nach 46 Minuten 23:24. Selbst die doppelte Überzahl half den Magdeburgern nicht, weil Lukas Mertens gleich zweimal scheiterte. Viel bitterer aber war, dass kurz zuvor Moritz Preuss von der Platte humpelte. Der Kreisläufer hatte sich am linken Knie verletzt und ging direkt in die Kabine.

Auch Kristjansson vorzeitig in die Kabine

Irgendwie drehte der SCM aber doch noch das Spiel und legte ausgerechnet durch den Ex-Mindener Gullerud zehn Minuten vor Schluss wieder eine Zwei-Tore-Führung (26:24) hin. Trotzdem blieb es bis zum Schluss eng. Und bevor Minden zum 27:27 ausgleichen konnte, musste der SCM einen weiteren Ausfall hinnehmen. Kristjansson wollte sich vor dem Mindener Tor einen Abpraller schnappen und knallte dabei voll mit dem Hinterkopf auf die Platte. Sichtlich benommen wurde auch der Isländer vorzeitig in die Kabine gebracht, während seine Teamkollegen durch Mertens (57.) mit 28:27 wieder in Führung gingen.

Krimi bis zum Ende

Und nachdem Thulin mit dem Siebenmeter von Christoffer Rambo schon den dritten Strafwurf parierte, schien das Spiel zugunsten des SCM gelaufen zu sein. Doch Minden gab nicht auf und hatte beim letzten Angriff des Spiels sogar noch die Chance zum Ausgleich. Aber die Magdeburger boten keine Lücke mehr. „Das war am Ende ein absolutes Nervenspiel. Aber wichtig sind die zwei Punkte, auch wenn die Rückkehr in die Bundesliga holprig war“, analysierte Linksaußen Lukas Mertens.