Magdeburg l Auf dem Einkaufszettel von Magnus Gullerud steht vor dem nächsten Gang in den Supermarkt oder Getränkeshop auch ein Kasten Bier. Schließlich hat der Kreisläufer des SC Magdeburg beim 41:23 in Istanbul das 40. Tor der Grün-Roten erzielt. Gullerud: „Ich habe in diesem Moment gar nicht gewusst, dass es das 40. Tor war. Aber ich konnte ja auch gar nicht mehr abspielen, stand am Kreis völlig frei.“ Von Jannick Green über Gisli Kristjansson wurde der Ball bei einem schnellen Gegenstoß perfekt zu Gullerud gespielt und der verwandelte eiskalt. „Völlig klar, dass ich den Jungs jetzt einen Kasten Bier spendieren muss“, sagt der Norweger pflichtbewusst.

Am Ende trug er beim ersten Gruppenspiel der Handball Europe League vier Tore zum Kantersieg bei. Gullerud: „Es ist immer wichtig, mit einem Sieg in den Wettbewerb zu starten. Wir wussten ja auch nicht so richtig, was uns so alles erwartet. Aber jetzt sind wir sehr zufrieden. Wir haben gewonnen und sind gesund zurückgekommen.“

Letztes Europacup-Spiel im Oktober 2014

Für Gullerud selbst war es nach sechs Jahren auch eine Rückkehr auf die internationale Bühne. In seiner Zeit bei GWD Minden war an Europacup nicht zu denken. Letztmals spielte er deshalb am 18. Oktober 2014 mit Sonderjysk im europäischen Wettbewerb. Gegen Eskilstuna kam damals aber in der 2. Quali-Runde des EHF-Cups das frühe Aus. Auf Seiten der Schweden spielte übrigens sein jetziger Teamkollege Daniel Pettersson. Im Jahr zuvor war er noch in seiner Heimat für Elverum im Einsatz und traf da im letzten Europacupspiel auch auf einen heutigen Teamkollegen. Gullerud: „Da haben wir gegen Holstebro mit Michael Damgaard gespielt. Daran erinnere ich mich noch sehr gut.“ Wahrscheinlich auch deshalb, weil Damgaard in den beiden Gruppenspielen insgesamt 17 Tore gegen Elverum warf.

Jetzt will der 28-Jährige zusammen mit Damgaard, Pettersson und Co. international für mehr Furore sorgen. Gullerud: „Einfach cool, auch mit dem Verein wieder international spielen zu können. Auch das war einer der Gründe, warum ich nach Magdeburg gekommen bin. Und wir haben mit unserer Mannschaft ja auch eine reelle Chance, in diesem Wettbewerb lange dabei zu sein.“

Stark in Abwehr und Angriff

Dass der Kreisläufer im grün-roten Trikot bisher richtig viele Einsatzminuten hat, hängt vor allem damit zusammen, dass er auf seiner Position sehr variabel ist und im Innenblock als auch am gegnerischen Kreis seine Stärken hat. Gullerud: „Mir macht beides Spaß und ich komme auf beiden Positionen auch gut klar.“ Mit seinen 1,94 Metern kann er am eigenen Kreis ordentlich abräumen. Und auf der anderen Seite ist er sehr treffsicher. In der vergangenen Saison gelangen ihm 50 Tore mit einer Wurfquote von rund 80 Prozent. Aktuell hat er bisher zwar nur 3 Tore geworfen, hat aber eine Wurfquote von 75 Prozent.

In Magdeburg gut eingelebt

Durch die vier Jahre in Minden kennt er sich in der Bundesliga auch bestens aus. „Die Liga und die meisten Gegenspieler zu kennen, macht natürlich vieles einfacher“, sagt Gullerud, der mit 133 Länderspielen für Norwegen auch eine große Erfahrung mitbringt. Außerdem hat er in Magdeburg mit Landsmann Christian O’Sullivan einen alten Kumpel an seiner Seite. „Wir kennen uns schon seit Jugendzeiten. Und so ist er eine wichtige Bezugsperson für mich und hilft mir sehr, mich hier schnell einzuleben“, bestätigt Gullerud, der auch froh über die vielen grünen Ecken von Magdeburg ist. Gullerud: „Ich bin nach Buckau gezogen. Das ist ideal für lange Spaziergänge mit dem Hund.“ Und das wird er vor dem Bundesliga-Spiel am Sonntag gegen Stuttgart mit dem fünfjährigen Samojede-Rüden Jago ausgiebig nutzen.