Magdeburg l Wenn Michael Damgaard für den SC Magdeburg trifft, schallt Helene Fischers Song „Atemlos durch die Nacht“ aus den Lautsprechern der Getec-Arena. Ein Lied, das wunderbar zu Damgaard passt. Mit seinen speziellen Aktionen macht der Däne nicht nur die Gegner atemlos. Auch die Teamkollegen und Verantwortlichen bekommen immer mal wieder Schnappatmung, wenn Damgaard es mit dem Risiko übertreibt. Unterm Strich wissen aber alle aus dem grün-roten Lager, was sie an einem Spieler wie Michael Damgaard haben.

Damgaard wieder auf der Platte

Deshalb waren auch alle froh, dass der Rückraumspieler am Mittwochabend bei der offiziellen Saisoneröffnung gegen den slowenischen Meister wieder auf der Platte stand. Eine Woche zuvor hatte sich Damgaard beim Spiel gegen Pilsen in Halle verletzt. Da bekam er einen Schlag ins Gesicht, knallte auf den Hallenboden und zog sich dabei eine Platzwunde am linken Ellenbogen zu. Um die Wundheilung nicht zu gefährden, pausierte Damgaard dann beim Sparkassen-Cup. Und um auch jetzt kein Risiko zu gehen, trug er gegen Celje eine schwarze Bandage unter dem Trikot am linken Arm.

Ganz ohne Verletzungen geht es bei Damgaard in der Vorbereitung scheinbar nicht. Als er vor vier Jahren zum SCM kam, plagte sich der 1,92 Meter große Spieler mit einer komplizierten Handverletzung herum. Ein Jahr später hatte er durch Olympia keine richtige Vorbereitung. Und vor einem Jahr sorgten Kniebeschwerden dafür, dass er sich kaum voll belasten konnte und dadurch eigentlich erst in der Rückrunde so richtig in Tritt kam.

Damgaard fühlt sich gut

Damgaard: „Das ist jetzt ganz anders. Ich habe alles komplett mitmachen können, fühle mich auch richtig gut und fit.“ Obwohl beim 36:34 gegen Celje noch nicht alles rund lief, ist er für die Saison optimistisch. Schließlich ist ja noch eine gute Woche Zeit bis zur Pokalrunde. Damgaard: „Ich denke aber, dass wir auf einem richtig guten Weg sind. 36 Tore muss man erst einmal werfen. Und Celje ist schließlich eine Mannschaft, die Champions League spielt.“

Neuer Vertrag bis 2022?

Dort will Damgaard mit dem SCM natürlich auch gerne hin. Wäre er denn aber überhaupt noch dabei, falls es die Magdeburger in die Königsklasse schaffen? Denn sein Vertrag läuft ja offiziell am Saisonende aus. Und bisher bewahren alle Stillschweigen darüber, ob es weitergeht oder nicht. Damgaard selbst will das auch nicht groß kommentieren, sagte aber: „Ich fühle mich wohl in Magdeburg, könnte mir vorstellen, hier auch noch zehn Jahre zu spielen.“

Solche Rentenverträge gibt es in Magdeburg natürlich nicht. Aber am Rande des Celje-Spiels sickerte durch, dass sich der SCM und Damgaard über eine Verlängerung bis 2022 einig sein sollen.

Schon vier Jahre in Magdeburg

Seit 2015 spielt er in Magdeburg, hat bisher 131 Partien absolviert und dabei 636 Tore geworfen. So manches davon war gerade in den letzten Minuten spielentscheidend. „Ich habe keine Angst, fünf Abschluss-Aktionen hintereinander zu machen“, erklärte Damgaard schon oft und nimmt sich dank seiner mentalen Stärke auch nach Fehlwürfen zuvor jederzeit den letzten Wurf.

Dass er zuletzt für die WM nicht ins dänische Nationalteam nominiert wurde, hat ihn mächtig gewurmt und dann neu motiviert. Statt die Gründe woanders zu suchen, hat er sich aber selbst hinterfragt und Dinge verändert.

Damgaard: „Es gibt nächstes Jahr eine Europameisterschaft und Olympische Spiele. Mein Ziel ist es, zum dänischen Kader zu gehören.“ Ziele, die aber nur mit einer erfolgreichen Saison des ganzen Teams umsetzbar sind. Denn wenn der SCM ganz oben mitspielt, steht auch jeder einzelne Spieler viel mehr im Blickpunkt.