Magdeburg l Fabian van Olphen hat nicht nur als SCM-Kapitän, sondern mit seinem sozialen Engagement große Fußstapfen hinterlassen. Bis zu seinem Wechsel im Sommer zum TBV Lemgo war er Pate des Projektes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ am Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasium in Wolmirstedt. „Ihn werde ich nicht vergessen“, sagte Cornelia Habisch, Geschäftsführerin des Netzwerkes für Demokratie und Toleranz in der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalts, welches das Projekt koordiniert, Seminare und Workshops organisiert. 136 Schulen im Land gehören dazu, 28 Patenschaften wurden an den Sport vergeben. „Herr van Olphen war sehr aktiv dabei, hat Benefizturniere organisiert und jeden Termin wahrgenommen“, erklärte Habisch.

Van Olphens Nachfolger Christian O’Sullivan hat nun ebenfalls eine Patenschaft übernommen: an der Internatsschule Hadmersleben. Um auch als Handballer ein Zeichen seines Engagements zu setzen, trägt der 26-Jährige seit dem ersten Bundesliga-Spiel gegen Hüttenberg eine Binde in den Regenbogenfarben, abgeleitet von jener Fahne, die ein Symbol der Friedens- und der Schwulen- und Lesbenbewegung ist, für Toleranz und Akeptanz steht.

Die Idee eines Schweden

„Als Einzelperson distanziere ich mich von Rassismus, aber ich wollte etwas finden, um als Spieler beizutragen“, sagte O’Sullivan. Dabei übernahm er die Idee eines Schweden: Johan Jepson hatte in seiner letzten Saison 2015/16 als aktiver Profi und Kapitän von IFK Kristianstad diese Armbinde getragen. Von ihm hat sich O’Sullivan zwei Exemplare besorgt. Die Aussage des Trägers: „Er fördert die Liebe, kämpft für gleiche Rechte und symbolisiert Akzeptanz, unabhängig von Geschlecht und sexueller Orientierung“, betonte O’Sullivan. „Werte, die wir im Jahr 2017 alle unterstützen sollten.“

Bennet Wiegert findet die Aktion „super, ,Sulli‘ hat es uns erklärt, die Mannschaft hat es akzeptiert“. Der Coach ist seit mehreren Jahren selbst Pate in diesem Projekt an der Fritz-Heicke-Schule in Gommern, organisiert Turniere, leitet das Training mit Schülern. Überhaupt der erste Magdeburger Handballer war Steffen Stiebler, der die Patenschaft an der Maxim-Gorki-Schule in Schönebeck übernommen hatte.

Besonders aufgefallen ist O’Sullivans Armbinde vor allem deshalb, weil es seit der Saison 2005/2006 einen offiziellen Kapitän im Regelwerk des Deutschen Handball-Bundes nicht mehr gibt. Abgeschafft wurde er, so hieß es damals, weil er eh nur eine Aufgabe hatte: die Seitenwahl. Also hatte der SCM vor dem Hüttenberg-Duell Spielleiter Jörg Mahlich gefragt, ob die Armbinde zulässig ist. Mahlich hatte zugesagt. In Deutschland ist es kein Problem. In Schweden auch nicht.

Jepson hatte mit seiner Aktion mittelbar auch international für Aufsehen gesorgt. Denn seiner Idee wollte schon Tobias Karlsson, der Leader der Schweden, bei der EM 2016 folgen. Der Europäische Verband (EHF) verwehrte ihm den Wunsch und begründete dies mit dem eigenen Reglement: Die Binde müsse die Farbe(n) der Nation haben. Auch O’Sullivan wird die Binde als Kapitän des norwegischen Nationalteams nicht tragen dürfen – aber in der Bundesliga und dort wieder am Donnerstag gegen die Füchse Berlin (Getec-Arena, 19 Uhr).

Pokal: Der Termin für das Pokal-Achtelfinale steht: Bundesligist SC Magdeburg muss am 18. September zum Zweitligisten HG Saarlouis reisen. Die Partie wird um 19.30 Uhr angeworfen, teilte die Handball-Bundesliga am Dienstag mit. Der Sieger zieht in die Runde der letzten acht, die am 6./7. März 2017 ausgespielt wird, ein. Das Final Four wird am 5./6. Mai in Hamburg ausgetragen.

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