Magdeburg l Dass Piotr Chrapkowski dieser Tage beim Training des SC Magdeburg aufkreuzte, war schon überraschend. Immerhin ist er der Kapitän der polnischen Nationalmannschaft, die gerade eine Südamerika-Reise zum Vier-Länder-Turnier mit Gastgeber Argentinien, Spanien und Russland abschließt. „Im Moment habe ich jedoch etwas Probleme mit dem Rücken. So eine Art Blockade. Das wurde nach dem Erlangen-Spiel schlimmer, deshalb habe ich die Reise abgesagt. 16 Stunden im Flugzeug sitzen, wäre einfach nicht gut gewesen“, erklärt Chrapkowski.

Seine Nominierung für die Europameisterschaft (9. bis 26. Januar) beeinflusse sein Fernbleiben aber nicht. „Sofern ich gesund bleibe, bin ich im Januar dabei“, stellt Chrapkowski klar. Der 31-Jährige hat mit Polen schon so einiges erlebt. 2015, als er in Katar die Bronze-Medaille bei der WM gewann, lud ihn Robert Lewandowski, Kapitän der polnischen Fußballer und damals mit dem FC Bayern München im Trainingslager ebenfalls in Katar unterwegs, auf einen Kaffee ein. „Er ist ein sehr netter Mensch“, sagt Chrapkowski, „man kennt sich halt. Da gibt’s aber keinen intensiven Austausch.“

Anstrengendes Training beim SCM

Statt einem Kaffee beziehungsweise in Argentinien wohl eher einem Mate mit prominenten Gesprächspartnern, ist jetzt also Regeneration in Magdeburg angesagt. Chrapkowski lacht laut auf. „Regeneration? Schön wär’s. Jetzt haben wir ein freies Wochenende, aber unter der Woche war das Training extrem anstrengend“, sagt er. Und nennt nur ein Stichwort: Intervall-Läufe. „Hätte ich das gewusst, wäre ich nicht mit dem Fahrrad ins Training gekommen, sondern mit dem Auto“, meint der Pole und grinst. Seine Frau habe ihn abends nicht mehr vom Sofa bekommen. „Ich war einfach richtig müde“, sagt er.

Die Länderspielpause bietet sich nun mal an, um an Kraft und Fitness zu arbeiten. „Jetzt können wir wieder Grundlagen für die kommenden Spiele aufbauen. Damit wir da richtig fit durchstarten können“, sagt Chrapkowski.

Tempospiel wieder ankurbeln

Der 2,03 Meter große Abwehrspezialist nennt aber auch noch einen anderen Grund. „Wir wollen körperlich bereit sein, um das Tempospiel wieder anzukurbeln.“ Chrapkowski hat bislang sechs Tore in dreizehn Spielen erzielt. Für ihn ein geringer Wert, da er über die erste Welle eigentlich zu deutlich mehr Abschlüssen kommt. „Es ist schon so, dass das im Moment nicht reibungslos funktioniert“, sagt er. Was ihn zu einer anderen Baustelle führt: „In der Abwehr fehlt uns der ein oder andere Ballgewinn, um dann auch Konter zu laufen.“ Da er gemeinsam mit Zeljko Musa den Innenblock stellt, übt er in diesem Zug auch Selbstkritik.

„Wir stehen nicht so sicher wie in der vergangenen Saison. Das liegt an Kleinigkeiten: Mal haben wir den gegnerischen Kreisläufer nicht im Blick, dann stellen wir zu spät den Block. Generell lassen wir zu viele Abschlüsse von sechs Metern zu“, betont er.

SCM steigert sich

Für Chrapkowski war das Spiel gegen den HC Erlangen aber ein Indiz dafür, dass sich der SCM steigert. „Wenn aus der Länderspielpause nun alle fit zurückkehren, dann können wir auf der Leistung aufbauen und uns richtig gut auf Leipzig vorbereiten“, meint er. Denn bei dieser Reise, am 3. November, wird Chrapkowski auf jeden Fall dabei sein.

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