Halberstadt l „Einlaufen, nicht eintraben“, ruft Kraft- und Athletiktrainer Denis Kirchhoff den Handballern des SC Magdeburg zu, die sich am Montagnachmittag im Stadion des VfB Germania Halberstadt aufwärmen. Bereits am ersten Tag im Trainingslager geht das Trainergespann um Chefcoach Bennet Wiegert in die Vollen. Täglich stehen morgens Taktik- und nachmittags Athletikeinheiten auf dem Programm.

„Handball ist ein intensiver Kontaktsport, der ein hohes Maß an Schnelligkeit und Schnellkraft erfordert“, sagt Kirchhoff, „und die Grundlagen werden unter anderem hier in dieser Woche gelegt.“ Dafür lässt Kirchhoff die Spieler am Montag fünf verschiedene Stationen absolvieren, unter anderem Treppensprints, Seilspringen und Sprints mit Gewichtschlitten sind dabei. „Der Schwerpunkt in dieser Woche liegt im läuferischen Bereich, nächste Woche widmen wir uns dann der Kraft“, berichtet Kirchhoff.

Und ja, auch die Torhüter Yannick Green und Dario Quenstedt müssen ran. „Sie müssen nicht ganz so viel machen, machen aber trotzdem alles mit“, erklärt Kirchhoff, „in den letzten anderthalb Jahren hat sich ja auch im Torhüterspiel viel verändert. Durch den siebten Feldspieler müssen sie auch regelmäßig sprinten – und dafür müssen sie dementsprechend genauso trainieren.“

Damgaard trainiert individuell

Während die 15 Bundesligaspieler also bei sommerlichen Temperaturen schwitzen – Michael Damgaard absolviert individuelle Einheiten –, kommt die Frage auf: Für was eigentlich? Gibt es schon ein Ziel, das man sich für die kommende Saison gesetzt hat?

„Ich empfinde den Zeitpunkt, um über Ziele in der neuen Saison zu sprechen, noch zu früh“, sagt Trainer Bennet Wiegert dazu. „Die Ziele sollen ja auch nicht von mir kommen, sondern von der Mannschaft. Deshalb sollten wir der Mannschaft schon die Zeit geben, eigene Ziele festzulegen. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, werden wir damit auch an die Öffentlichkeit gehen.“

Der Trainer rechnet jedenfalls nicht damit, dass sich der Erfolg des vergangenen Jahres mal einfach so wiederholen lässt. „Die Bundesliga wird sich in diesem Jahr enger gestalten. Ich glaube, dass die Spitze näher zusammenrücken wird“, blickt Wiegert voraus. „Wir sind akzeptiert – das freut mich -, aber jetzt heißt es auch, dass wir das, was wir geleistet haben, wieder bestätigen müssen.“

Matthias Musche widerspricht dem Trainer nicht. „Titel sind immer schön, das ist kein Geheimnis. Trotzdem ist es so, dass wir mit der letzten Saison zufrieden sein können. Jetzt sprechen wir als gesamte Mannschaft darüber, was wir für Ziele formulieren.“

Wichtiger sei es momentan, so der Trainer, Neuzugang Albin Lagergren mit der SCM-Philosophie vertraut zu machen. Und: „Die Jungs habe ich hier zusammen. Es sind ja auch Familienväter dabei – hier können sie sich 24 Stunden aufs Training konzentrieren. Das hat eine andere Qualität.“

Hier können Sie mehr zum SC Magdeburg lesen: