Zagreb/Magdeburg l Wenn Zeljko Musa über Handball und Kroatien spricht, dann leuchten seine Augen. „Wir sind ein kleines Land. Und wenn wir da sportlich über uns hinauswachsen, fiebert eine ganze Nation mit und ist mächtig stolz. Als die Fußballer im letzten Sommer Vizeweltmeister wurden, war das einfach gigantisch“, erzählt der 32-Jährige.

Handball ist die Nummer zwei

An Fußball kommen die Handballer in der Beliebtheitsskala aber nicht heran. Musa: „Das ist natürlich auch bei uns die klare Sportart Nummer eins. Aber obwohl die Basketballer inzwischen auch einige NBA-Stars haben, ist Handball schon noch die zweitbeliebteste Sportart.“

Was natürlich auch mit den großen Erfolgen der Vergangenheit zusammenhängt. 2003 wurde Kroatien Weltmeister, ein Jahr später folgte der Olympiasieg, zuvor gab es auch schon 1996 olympisches Gold. Musa: „Das war unsere goldene Generation. Die hat den Handball in Kroatien geprägt. Spieler wie Ivano Balic, Petar Metlicic oder Patrik Cavar waren auch für mich als jungen Spieler große Idole.“

Kein WM-Held mehr dabei

Aus der Mannschaft, die vor 15 Jahren in Portugal bei der WM triumphierte, hat jetzt mit Igor Vori der letzte Spieler seine Karriere beendet. Vori ist als Direktor der Nationalmannschaft aber immer noch eng mit dem Team verbunden. Mit Davor Dominikovic fungiert ein anderer ehemaliger Weltmeister und Olympiasieger als Co-Trainer. Und als Chefcoach ist im März 2017 Lino Cervar zurückgekehrt. Der 68-Jährige führte die Kroaten auch schon zu den großen Triumphen.

Wunder kann der Trainerguru natürlich nicht bewirken. Musa: „Wir haben eine junge Mannschaft mit vielen Talenten. Zeigen wollen wir uns natürlich. Aber für den Titel kommen wir sicherlich nicht infrage. Unser großes Ziel ist eher, uns die Chance auf ein Olympiaticket zu erhalten. Für den WM-Titel sind für mich Frankreich, Spanien, Deutschland und Dänemark die großen Favoriten.“

Auftakt gegen Island

Da sich Melsungens Marino Maric verletzt hat, stehen die Chancen für Musa richtig gut, als Kreisläufer am Ende auch zum 16er WM-Kader zu gehören. Für einen Handball-Profi, der in Deutschland spielt, ist eine WM in der Wahlheimat natürlich besonders schön. Musa: „Wir spielen in München und zum Auftakt gleich gegen Island. Da wissen wir gleich, wo wir stehen.“

Ähnlich wie ihre titelverwöhnten Vorgänger will auch der aktuelle Jahrgang in den Trikots mit dem Schachbrettmuster mit einer starken Defensive überzeugen. Musa: „Unser Handballspiel war immer von Taktik geprägt. Vor allem in der Defensive können wir zahlreiche Varianten spielen. Das zeichnet uns aus.“

Vieles hängt von Duvnjak ab

Entscheidend dürfte auch sein, ob Domagoj Duvnjak wieder hundertprozentig fit ist. Musa: „Er ist unser Leader und der Kopf der Mannschaft.“ Bei der EM im eigenen Land ging Duvnjak nach einer Knie-OP viel zu früh auf die Platte und verletzte sich dort dann erneut.

Kroatien ist für Magdeburgs Kreisspieler natürlich nicht nur Handball und begeisterungsfähige Fans. Musa: „Die Altstadt von Zagreb oder unsere schönen Adriastädte Dubrovnik, Split, Zadar sind wunderschöne Orte.“

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