Magdeburg l Eines hatten die Handballer des SC Magdeburg nach dem hart erkämpften 33:28 (13:14)-Sieg gegen den TVB Stuttgart gemein: Über ihre jeweils eigenen Erfolge wollten sie kaum sprechen. Sowohl Michael Damgaard, der mit neun Toren erfolgreichster SCM-Schütze war, als auch Lukas Mertens, der seine zweite Partie über 60  Minuten bestritten hatte, legten den Fokus auf den Teamgeist. „Das Spiel zeigt eigentlich nur eines: Wir stehen als eine Einheit zusammen. Auch wenn uns Fehler passieren, halten wir zusammen“, sagte Damgaard. Und Mertens: „Gerade steht die Mannschaft im Vordergrund.“

Der Sieg gegen Stuttgart war eine reine Willensleistung und verlangte dem SCM einiges ab. Mehr als zuvor angenommen. Nach dem frühen 3:9-Rückstand fing sich die Mannschaft von Bennet Wiegert bis zur Halbzeitpause halbwegs, konnte die Partie aber erst ab der 40. Minute mit einem 9:2-Lauf drehen. Ein Beleg dafür, dass die vergangenen Niederlagen noch im Kopf stecken?

Individuelle Klasse entscheidet

„Da kann man jetzt viel hineininterpretieren“, meinte Wiegert, „aber man sieht schon, was die letzten Spiele mit uns gemacht haben.“ Was er meinte: Die ersten drei Siebenmeter wurden verworfen, der Ausfall von Spielmacher Marko Bezjak, der „nicht einsatzfähig“ auf der Bank saß, ließ das Positionsspiel noch mehr als sonst stocken. Damgaard und Christian O’Sullivan waren Alleinunterhalter – und erwischten zum Glück beide einen starken Tag.

Während Stuttgarts David Schmidt im rechten Rückraum zunächst nach Belieben traf, steigerte sich Tobias Thulin mit zehn Paraden – das entspricht einer Quote von knapp 35 Prozent – zu einem starken Rückhalt im SCM-Tor.

TVB-Trainer enttäuscht

Letztlich waren es die individuelle Klasse und der Kampfgeist, die den Ausschlag gegeben haben. „Ich bin stolz auf die 40 Minuten, in denen wir uns gegen alles stemmen, obwohl wir es uns zu Beginn schon so schwer gemacht haben. Aber mir ist auch klar: Das dürfen wir uns nicht oft erlauben“, bilanzierte Wiegert.

Dementsprechend bedient war Stuttgarts Trainer Jürgen Schweikardt: „Ich ärgere mich nicht darüber, dass wir mit fünf Toren verloren haben. Sondern, dass wir überhaupt verloren haben. Man hat gemerkt, dass der SCM verunsichert war. Deshalb haben wir eine Chance liegen lassen.“

Zuversicht für Erlangen-Spiel

Die Magdeburger müssen sich bis Sonntag sammeln. Denn was gegen den Tabellen-15. aus Baden-Württemberg noch ausgereicht hat, könnte für das Auswärtsspiel beim Neuntplatzierten in Erlangen (16 Uhr, Sky) schon nicht mehr genug sein. Der HC präsentierte sich zuletzt gegen die Rhein-Neckar Löwen (29:29) und MT Melsungen (27:28) stark. „Der Sieg gibt uns trotzdem Zuversicht“, sagte Mertens, „da müssen wir uns jetzt daran aufziehen.“

Sich selbst Mut machen, vorsichtig verlorenes Selbstvertrauen wieder aufbauen – das steht beim SCM im Vordergrund. Zurückhaltung statt Kampfansagen. „Es gibt keine einfachen Spiele für uns“, bringt es Damgaard auf den Punkt.

Anwurf in Erlangen ist am Sonntag um 16 Uhr.

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