Magdeburg l Dario Quenstedt wurde nach dem verlorenen Handball-Pokalfinale am Sonntag in Hamburg auf Schritt und Tritt verfolgt. Ob der SCM-Torwart seine Liebsten herzte oder Interviews gab – neben ihm stand immer ein Aufpasser.

Zwei Dopingkontrollen in einer Woche

Zwar unscheinbar in Trainingskleidung, aber deutlich durch ein Schild als Dopingkontrolleur gekennzeichnet. Quenstedt: „Ich habe derzeit richtig Glück. Letzten Dienstag waren die Kontrolleure sogar bei mir zu Hause. Früh morgens 7.30 Uhr. Da wir glückliche Eltern sind, waren wir durch unsere Kinder natürlich schon lange wach.“ Mit Glück ist gemeint, dass nicht willkürlich ausgesucht, sondern immer ausgelost wird, welcher Spieler kontrolliert werden soll.

Fangquote von 44 Prozent

Aber so schnell wie er die dafür notwendige Flüssigkeit abgeben konnte, so schnell kam der 29-Jährige auch bei seinen Einsätzen beim Final Four auf Touren. Als es im Halbfinale gegen Hannover plötzlich richtig eng wurde, rückte Quenstedt eine Viertelstunde vor dem Ende für Jannick Green zwischen die Pfosten. Mit vier wichtigen Paraden und einer Fangquote von 33 Prozent hatte das Magdeburger Urgestein dann auch einen großen Anteil daran, dass sein Team wieder auf die Siegerstraße kam. Nachdem Jannick Green im Finale gegen Kiel von seiner Abwehr zu oft alleine gelassen wurde, durfte Quenstedt beim Stand von 16:21 für die letzten 16 Minuten ran. Die Niederlage konnte er trotz einer beachtlichen Fangquote von 44 Prozent natürlich nicht mehr verhindern. Quenstedt: „Für mich war es in diesen Momenten wichtig, meine Leistung abzurufen und der Mannschaft zu helfen. Aber statt den Komplimenten hätte ich lieber den Pokal entgegengenommen.“

Angriff auf Rang zwei

So aber konnte sein künftiger Club am Ende jubeln. Vor allem deshalb, weil Niklas Landin unüberwindbar schien. Der Däne war im Finale mit 19 Paraden und einer Quote von 45 Prozent der absolute Matchwinner. Landin: „Ich war aber zum Schluss schon bisschen irritiert. Denn ich dachte, wir entscheiden das Spiel noch früher für uns. Aber Dario Quenstedt hat es richtig gut gemacht und auch paar eigentlich sichere Bälle weggenommen.“ Auch von anderen künftigen Teamkollegen gab es Lob. Quenstedt: „Patrick Wiencek und einige andere haben mit mir kurz gesprochen und freuen sich schon, wenn ich im Sommer nach Kiel komme. Bis dahin will ich mit dem SCM aber in der Bundesliga am liebsten noch alle Spiele gewinnen.“ Wodurch Quenstedt und Co. dann sogar noch Kiel auf Rang zwei abfangen könnten.