Magdeburg l So richtig lange wollten sich die Spieler des SC Magdeburg und auch Trainer Bennet Wiegert mit der Partie gegen den SC DHfK Leipzig nicht auseinandersetzen. „Es ging nur darum, zu gewinnen – egal wie. Ob wir gut oder schlecht spielen, war zweitrangig. Wir brauchten wieder ein Erfolgserlebnis“, sagte Wiegert. Und das holte sich der SCM auch. Mit dem 28:26 (15:9) im Ost-Derby im Rücken treten die Magdeburger heute am frühen Morgen die Reise nach Frankreich an. Dort treffen die Grün-Roten morgen im EHF-Pokal auf HBC Nantes (17  Uhr, DAZN). Es könnte eine Vorentscheidung im Kampf um den Gruppensieg sein.

SCM hat ordentlich zu kämpfen

Der Erfolg gegen Leipzig täuscht allerdings nicht darüber hinweg, dass der SCM zurzeit ordentlich zu kämpfen hat. Eine eigentlich komfortable Führung (18:11/34. Minute) wurde erneut fahrlässig aus der Hand gegeben. Gleich zweimal (24:24/56. und 25:25/57.) mussten die Magdeburger sogar den Ausgleich hinnehmen. „Da wäre es einfach gewesen, einzubrechen und zu sagen: Das hatten und kennen wir schon. Gegen Berlin und gegen Hannover. Aber jetzt hat sich die Mannschaft gewehrt und das nicht noch einmal erlebt“, lobte Wiegert den positiven Ansatz. „Das ist ein Lerneffekt. Aufgabe erfüllt, Haken dran.“

Der Einbruch in der zweiten Halbzeit passierte kurioserweise gerade in der Phase, in der der SCM vier Minuten in Überzahl war. „Die Diszi-plinlosigkeit Leipzigs wird fast zu unserem Verhängnis“, war auch der SCM-Coach nach Abpfiff erstaunt. Anstatt die Überzahl auszunutzen und den Sieg unter Dach und Fach zu bringen, ließen die Magdeburger die Konsequenz vermissen. Abschlüsse wurden pariert oder gingen ans Gebälk, Leipzig spielte die Konter im Gegenzug klug aus.

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„Für mich ist das nicht erklärbar, das darf uns in den kommenden Spielen auch nicht mehr passieren“, meint Lukas Mertens. Der Linksaußen weiß: „Das hätte uns das Genick brechen können.“

Einsatz von Musa unwahrscheinlich

So aber ist der SCM noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Und rückte durch die Niederlage der Füchse Berlin wieder bis auf einen Punkt an den vierten Rang in der Bundesliga heran. Die Einstellung, die Moral der Mannschaft stimmt. „Wie sie sich wehren und präsentieren, das macht mich stolz“, sagt Wiegert.

Denn die Widrigkeiten werden ja nicht weniger, im Gegenteil. Kreisläufer und Abwehrspezialist Zeljko Musa hindern Leistenprobleme an einem Einsatz. Gegen Leipzig saß er auf der Tribüne. „Der Kader wird nicht größer, die Spiele nicht weniger“, bringt es Wiegert auf den Punkt. Ob der Kroate überhaupt nach Nantes mitreist, entscheidet sich kurzfristig. Selbst dazu äußern wollte er sich nicht. Wiegert betonte: „Ich will es nicht verneinen, aber dass er am Sonntag aufläuft, kommt vielleicht zu früh. Die Ärzte haben sich dazu noch nicht geäußert, wir werden aber kein Risiko eingehen.“

Erik Schmidt im Mittelblock stark

Anstatt sich auf die Probleme einzuschießen, wirft der Trainer lieber einen Blick auf das, was sich daraus ergibt. Beispielsweise ein Erik Schmidt, der sich im Mittelblock gegen Leipzig gut präsentiert hat. „Durch ihn haben ihre Stärken im Zweikampf gar nicht so stattgefunden.“ Daran kann sich die Mannschaft hochziehen. Und beim Rest dann eben auch mal sagen: Haken dran.

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