Magdeburg l „Hier regiert der SCM!“ Die Fans des SC Magdeburg ließen nach dem tollen 24:23 ihrer Handballer gegen Flensburg die Getec-Arena wackeln. In einem irre spannenden Spiel wurde der bisher ungeschlagene Spitzenreiter besiegt. Auf dem Papier bringt auch ein Sieg gegen Flensburg nur zwei Punkte. Aber dieser Triumph im Top-Spiel ist viel, viel mehr wert.

Selbstverständnis: Die Halle hatte sich längst geleert, da stand Jannick Green immer noch am Rand der Platte und war mächtig stolz. Green: „Dieser Sieg tut richtig gut. Wir haben bestätigt, dass wir jeden schlagen können. Das gibt viel Selbstvertrauen für das Final Four im Pokal und die Bundesliga.“ Und der SCM hat erneut in der Crunchtime funktioniert. Trainer Bennet Wiegert: „Wir wissen, dass wir in der entscheidenden Phase unsere Tore erzielen können. Und wir haben auch viele nervenstarke Spieler, die in diesem Moment die Verantwortung übernehmen können.“ Gegen Flensburg war es Robert Weber, beim Sieg in Leipzig im Dezember  war es Michael Damgaard.

Euphorie: Wenn sogar SCM-Urgestein Weber davon spricht, dass die Stimmung am Donnerstag zu den Top 3 in seinen zehn Magdeburger Jahren gehörte, dann sagt das alles über die Euphorie um das Team aus. Auch gegen die Rhein-Neckar Löwen wird die Getec-Arena am 28. April ausverkauft sein. Als zuletzt noch 1500 Sitzkarten in den freien Verkauf kamen, waren die innerhalb von zehn Minuten weg.

Final Four: Der SCM rückt für das Final Four im DHB-Pokal am nächsten Wochenende noch mehr in die Favoritenstellung. Aber dieser zusätzliche Druck soll eher motivieren. „Wir haben einen Lauf und wollen auch da zwei Siege“, meinte Piotr Chrapkowski voller Überzeugung. Und Wiegert ergänzt: „Im Profisport haben wir immer Druck. Es geht aber bei uns nicht um Menschenleben. Deshalb sollten wir dieses Großereignis mit unseren Fans  auch genießen.“

Bundesliga: Mit diesem Sieg machen die Magdeburger das Titelrennen wieder spannend.  Kiel könnte im Heimspiel gegen Flensburg aus eigener Kraft sogar bis auf zwei Punkte verkürzen. Und bei einer Niederlage könnte der SCM bis auf zwei Punkte an den THW ranrücken. Green: „Wir müssen einfach weiter konzentriert unsere Aufgaben machen.“

Image: Der SCM steht endgültig auf der Stufe eines absoluten Top-Teams. „Die Art und Weise, wie wir gewonnen haben. Dazu unsere fantastischen Zuschauer. Das war Handball pur“, freute sich Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt. Dass Flensburg in Magdeburg verloren hat, wurde in der gesamten Handball-Welt registriert und sorgt für ein dementsprechendes Image. Schmedt: „Das sind auch genau die Spiele, durch die wir als Verein interessant und  zur Marke werden.“

Robert Weber: Der Rechtsaußen blieb bis zur Schlussphase blass, traf dann aber zum Sieg. Im Hinspiel hatte er noch das mögliche Remis in den Händen, sein Wurf ging jedoch gegen den Pfosten. „Einen großen Dank an die Mannschaft und die Arena, die mir nochmals so ein tolles Erlebnis geschenkt haben“, freute sich Weber noch am Freitag. Er hat sich nach schwerem Saisonstart zurück gekämpft.

Freizeit: Drei Tage lang können die Spieler diesen Erfolg jetzt sacken lassen. Denn bis Montag haben sie frei, können sich ihren Familien widmen. Freie Tage dürften seit der WM-Pause auch ein Geheimnis des Erfolges sein. So bitter das Aus im EHF-Cup gegen Porto auch war – aber ob mit einer Doppelbelastung so ein Sieg möglich gewesen wäre, ist fraglich.

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