Magdeburg l Es waren nur zehn Minuten, aber diese zehn Minuten fühlten sich für Lukas Mertens schon wie „ein kleiner Sprung in die richtige Richtung“ an. Der Linksaußen des SC Magdeburg arbeitet seit neun Monaten auf seine Rückkehr in den Bundesliga-Spielbetrieb hin. Im Mai 2018, in der Partie gegen die Rhein-Neckar Löwen, riss sich Mertens das Kreuzband im rechten Knie. Am vergangenen Sonnabend stand er nun ebenjene zehn Minuten im Testspiel gegen den Zweitligisten Wilhelmshaven auf der Platte. Erzielte dabei zwei Tore. Sein Comeback?

„Es war überwältigend, ein super Gefühl“, erzählt Mertens, „und irgendwie hat es auch in Wilhelmshaven sein sollen.“ Denn der 22-Jährige ist dort geboren, wechselte 2017 vom Wilhelmshavener HV zum SCM. „Aber so ein richtiges Comeback ist es wahrscheinlich erst, finde ich zumindest, wenn es im Wettkampf um was geht, und wenn ich über 30 oder 60 Minuten spiele.“ Die erste Gelegenheit dafür gäbe es am Sonntag, wenn der SCM auf Melsungen trifft. „Dazu kann ich noch nichts sagen, wir bereiten uns ja erst ab Dienstag auf das Spiel vor. Dass es aber im Februar so weit sein soll, darauf habe ich hingearbeitet“, berichtet Mertens.

Mertens geht wieder in Zweikampf

Im Mannschaftstraining absolvierte er erst einmal alle Übungen ohne Körperkontakt. Mittlerweile, seit Januar, geht er auch wieder in die Zweikämpfe. „Die Spieler wissen ja, dass ich verletzt war und holen mich, wenn ich frei durch bin, jetzt nicht aus der Luft runter“, sagt er. Das vielleicht größere Problem scheint zu sein, dass er selbst sich auch nur allzu gut an das erinnert, was war. Der Kopf spiele manchmal eben noch nicht richtig mit – obwohl er sich auch hier auf einem guten Weg sieht.

Von der Angst, sich wieder zu verletzen, spricht Mertens dabei nicht, eher von Respekt. „Es ist eben eine Verletzung, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte“, sagt er. Und die ihn persönlich auch für lange Zeit zurückgeworfen hat. „Bisher ging es für mich ja stetig bergauf. Ich bin von der zweiten in die erste Liga gewechselt, habe auch hier Anschluss gefunden und Spielzeiten bekommen. Da war die Verletzung schon ein Schlag in den Nacken.“

Grünes Licht von Ärzten

Von dem er sich nun peu à peu erholt hat. Vergangene Woche stand zudem der sogenannte „Return to Competition“-Test in Halle an, den die Berufsgenossenschaft nach schweren Verletzungen vorschreibt. „Der Test ging über drei Stunden. Mein Knie wurde quasi unter Vollbelastung ausgehorcht, um herauszufinden, ob ich wieder wettkampftauglich bin. Somit habe ich jetzt auch grünes Licht von den Ärzten bekommen.“

SCM-Trainer Bennet Wiegert ist dennoch vorsichtig: „Aus dem Spiel in Wilhelmshaven soll Lukas Kraft und Mut ziehen. Jetzt schauen wir von Woche zu Woche, dürfen dabei aber auch nichts überstürzen.“ Auch wenn Mertens nach der langen Pause ungeduldig ist. „Ich fühle mich gut – und werde bereit sein“, so der Außenspieler.

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