Magdeburg l Wenn er auf dem Spielfeld steht, ist er voll da: Lukas Mertens durfte am Sonntag im EHF-Gruppenspiel gegen SKA Minsk wieder einmal von Beginn an ran und erzielte prompt zehn Treffer. Kein Wunder also, dass er sich zurzeit „gut fühlt“. „Wir haben gewonnen, sind weiter ungeschlagen in unserer Gruppe – das zählt“, sagt der 22-Jährige, der seine erste Saison beim SCM spielt. Über seine eigene Leistung will er dabei gar nicht so richtig sprechen. „Die zehn Tore entstehen aus der gesamten Mannschaftsleistung heraus. So können die Pässe gespielt werden, mit denen ich dann frei abschließen kann“, sagt Mertens.

Der Linksaußenspieler kam 2017 vom Zweitligisten Wilhelmshavener HV nach Magdeburg. In der Bundesliga traf er bereits 44 Mal. Allerdings wechseln sich bei ihm Einsatzzeiten und gesamte Spiele auf der Bank ab. Wie beispielsweise am vergangenen Donnerstag, als Mertens seinen 22. Geburtstag feierte und der SCM das Spitzenspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt bestritt. Ohne ihn. Sicher wäre er gerade an diesem Abend besonders gerne auf dem Spielfeld aufgelaufen, verbrachte aber 60 Minuten auf der Bank. Auch, weil Matthias Musche, mit dem er sich auf der Position abwechselt, mit acht Treffern zum Matchwinner avancierte.

Mehr Spielzeiten in kommenden Jahren

Doch Mertens verschwendet daran keinen Gedanken. „Ich freue mich, wenn Matthias ein super Spiel macht.“ Für ihn sei klar, dass Musche in diesem Jahr die Nummer eins auf der Linksaußen-Position ist. „Er spielt ja auch eine sehr gute Saison“, sagt Mertens und hofft darauf, in den kommenden Jahren mehr Spielzeiten zu bekommen. „Ich bin noch jung. Die anderen haben auch mehr Erfahrung. Aber zufrieden ist man natürlich nie, man möchte immer mehr spielen.“

Der Verlauf der bisherigen Saison hat den 22-Jährigen positiv überrascht – auch, weil er sich von seiner ersten Bundesliga-Spielzeit gar nicht so viel erhofft habe. „Ich bin hier in meiner ersten Saison. Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich Spiele bereits über 60 Minuten gehe. Aber der Trainer schenkt mir das Vertrauen“, sagt Mertens und fügt an: „Meiner Meinung nach habe ich das dem Trainer bisher auch immer zurückgezahlt.“

Traum vom Titel

Dass der SCM gleich in zwei Endrunden steht – sowohl im Final Four im DHB-Pokal als auch in den EHF-Cup-Finals –, sei einfach Wahnsinn. „Dass das gleich in meiner ersten Saison passiert“, sagt Mertens selbst noch etwas ungläubig. Allerdings weiß er auch, dass mit der Teilnahme an den Finalspielen bislang nur die „kleineren Ziele“ erreicht wurden. „Wir haben noch nichts Greifbares. Jetzt träumen wir von einem Titel, das haben wir uns jetzt schon als Ziel gesteckt.“

Für Mertens, der an der Hochschule Magdeburg Sportwissenschaften studiert, geht es in dieser Woche wieder auf Reisen. Am Mittwoch bricht die Mannschaft bereits nach Wetzlar auf, wo am Donnerstagabend das Bundesligaspiel gegen die HSG ansteht. „Direkt danach geht es für uns weiter nach Silkeborg“, berichtet er. Der SCM bestreitet in Dänemark am Sonnabend das letzte EHF-Cup-Gruppenspiel. Am Ostersonntag ist dann wieder Zeit zum Durchatmen.

Mehr zum SC Magdeburg lesen Sie hier.