Magdeburg l Vor Kurzem hatte Zeljko Musa erst davon geschwärmt, dass die kommende Saison eine „sehr anstrengende, aber auch sehr schöne“ Spielzeit werden könne. Die Olympischen Spiele in Tokio sowie die Weltmeisterschaft in Ägypten mit der kroatischen Nationalmannschaft, die European Handball League mit dem SC Magdeburg – nur drei der Höhepunkte, die er nannte. Beim Lauschen seiner Erzählungen verschwendete man überhaupt keinen Gedanken daran, dass es auch Musas Abschiedssaison bei den Grün-Roten sein könnte. Doch genau das hat sich am Dienstag bestätigt. 2021 wird der Kroate den Verein nach sechs Jahren verlassen: „Die Entscheidung ist mir sehr schwergefallen“, teilte er in einer Pressemitteilung mit.

Auch für den Trainer und Sportlichen Leiter Bennet Wiegert ein schmerzhafter Verlust – aus sportlicher und persönlicher Sicht. „Matthias Musche, Jannick Green, Marko Bezjak und eben Zeljko Musa sind die Spieler, die ich mittlerweile schon über fünf Jahre trainiere. Da wächst man natürlich zusammen, sie sind wie ein Teil der Familie“, sagt Wiegert und betont: „Zeljko Musa war über Jahre ein Vorbild, Führungsspieler und Kämpfer wie er nicht besser zum SCM hätte passen können.“

SCM plant jetzt in Ruhe für Zukunft

Die Neuorientierung von Musa kam für Wiegert jedoch nicht überraschend. Der Kreisläufer sei sehr transparent mit dem Thema umgegangen, habe sich fair und korrekt verhalten. „Er hat mich persönlich jederzeit über seine Gedanken informiert. Wir können somit die Planungen für die kommende Saison in aller Ruhe angehen“, sagt Wiegert.

Dasselbe wird auch Musa tun, denn seine Karriere beenden, das kommt für ihn noch nicht infrage. „Ich möchte mich im Sommer 2021 nochmals verändern und mit meiner Familie einen neuen Lebensabschnitt beginnen“, erzählt er. Wo und bei welchem Verein das sein wird, steht noch nicht fest: „Aktuell ist noch offen, wohin wir gehen.“

Musa ist fester Teil des SCM-Teams

Aus der Mannschaft des SCM ist er nur schwer wegzudenken: Im Angriff durchsetzungsstark und treffsicher, in der Abwehr gemeinsam mit Piotr Chrapkowski ein robuster Teil des Innenblocks. Diese Lücke soll nun zukünftig auch Neuzugang Magnus Gullerud mit ausfüllen, der ebenfalls in Angriff und Abwehr auflaufen kann. „Es ist kein Geheimnis, dass wir natürlich darüber nachgedacht haben, wie es nach der Zeit mit Zeljko weitergeht, denn die biologische Uhr lässt sich nun einmal nicht betrügen“, sagt Wiegert.

Mit 34 Jahren ist Musa der älteste Spieler im SCM-Kader, Marko Bezjak, ebenfalls 34, ist fünf Monate jünger. Gerade die Einsätze bei ihren Nationalteams waren und sind eine große körperliche Belastung. Während Bezjak deshalb seine Karriere in der slowenischen Nationalmannschaft im Oktober vergangenen Jahres nach zwölf Jahren beendet hat, gehört Musa immer noch zum Stammpersonal bei den Kroaten. Erst im Januar holte er bei der EM die Silbermedaille mit seiner Mannschaft. „Jeder, der Zeljko kennt, weiß, dass er ein sehr stolzer Kroate ist und für sein Land spielen möchte“, sagt Wiegert.

Entscheidung in Corona-Pause getroffen

Allerdings blieb so kaum Zeit zur Regeneration – und für die Familie. „Ich konnte in den letzten Monaten mal richtig runterfahren und mich erholen“, stellte Musa nach der Corona-Zwangspause selbst fest. Vielleicht hat ihn gerade diese Erfahrung in seiner Entscheidung für eine Veränderung noch einmal bestärkt.

Ruhig(er) angehen lassen, will er es aber erst später: „Das größte Erlebnis mit dem SCM war der Gewinn des DHB-Pokals 2016 und ich werde alles dafür geben, nochmals so einen Erfolg zu erleben.“

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