Magdeburg l Wer einen Hund an seiner Seite hat, der muss bei Wind und Wetter vor die Tür. Für Matthias Musche ist aber nur der Sieg am Sonntag (16 Uhr, Sky) in der Getec-Arena gegen Minden ein Muss. Das Gassigehen mit Labrador-Rüde Moritz ist dagegen für den Linksaußen des SC Magdeburg die ideale Ablenkung im Handball-Alltag. „Da kann ich wirklich am besten abschalten und die Seele baumeln lassen“, erzählt Musche.

Siege sind nicht planbar

Auch beim SCM läuft es nach den drei letzten Siegen wieder entspannter. Musche: „Nach gewonnenen Spielen ist die Stimmung immer besser als nach Niederlagen. Aber auch als es bei uns nicht so gut lief, haben wir die Köpfe nicht hängen gelassen und weiter an uns geglaubt.“ Warum es plötzlich läuft und es im September eine Ergebnis-Krise gab, ist für Musche auch eher ein großes Rätsel. Musche: „Im Sport gibt es Phasen, die schwer zu erklären sind. Man gewinnt plötzlich sieben Spiele in Folge und weiß manchmal eigentlich gar nicht, warum. Und dann verliert man Spiele, obwohl die Vorbereitung und Einstellung darauf top war. Aber genau das macht den Sport ja aus. Da ist nichts definitiv berechenbar.“

Mit derselben Coolness lässt Musche deshalb auch die Diskussionen über seine aktuelle Torquote abprallen. In der vergangenen Saison holte sich der 27-Jährige mit 256 Treffern die Torjägerkrone in der Bundesliga. Nach zwölf Spielen der laufenden Serie steht Musche bei 46 Toren. Zehn davon erzielte er vom Siebenmeterpunkt. Im abgelaufenen Spieljahr waren es 97 Treffer durch Strafwürfe.

Musche wird nicht nur an Toren gemessen

Musche: „Dass darüber diskutiert wird, war zu erwarten. Verstehen kann ich es aber überhaupt nicht. Da ich nicht mehr immer die vollen 60 Minuten durchspiele und nicht mehr wie in der letzten Saison fast alle Siebenmeter werfe, war von vornherein klar, dass ich auf so eine Torquote nicht kommen werde. Aber die Wichtigkeit eines Spielers für seine Mannschaft sollte nicht allein an Toren gemessen werden. Und ich bin mit meiner Leistung in dieser Saison auch ohne den Spitzenplatz in der Torschützenliste sehr zufrieden.“ Was der Trainer bestätigt. Bennet Wiegert: „Matze war und ist ein absoluter Leistungsträger in unserer Mannschaft. Denn er wird von mir nicht nur an Toren gemessen.“

Bundestrainer Christian Prokop hat das zuletzt aber wohl leider ein bisschen anders gesehen. Denn bei den Testspielen gegen Kroatien wurde der Magdeburger Linksaußen nicht berücksichtigt. Ob Musche im Januar trotzdem zum deutschen EM-Kader gehört, ist deshalb ungewiss. Musche: „Klar, bei der EM wäre ich schon gerne dabei. Aber ich bin keiner, der irgendetwas einfordert. Mehr als mich im Training und den Spielen reinzuhängen, kann ich nicht machen. Und dann muss ich die Entscheidung des Bundestrainers abwarten.“

Sieg gegen Minden ein Muss

Verrückt macht sich das Magdeburger Urgestein deshalb aber nicht. Musche: „Wichtig ist, dass wir am Sonntag zu Hause gegen Minden nachlegen. Der Sieg in Leipzig hat uns dafür natürlich einen zusätzlichen Schub gegeben. Denn dort hatte bisher noch keiner in dieser Saison gewonnen. Und dass wir dieses Derby am Ende noch so spektakulär in letzter Sekunde gewinnen, macht die zwei Punkte schon besonders.“