Magdeburg l Daniel Pettersson ist kein Mann der großen Worte. Auch über sein Traumtor in Berlin wollte er nicht groß reden. Nach tollem Zuspiel von Michael Damgaard hatte der Schwede per Kempa-Trick zum zwischenzeitlichen 23:22 getroffen. Auch beim Treffer zum 24:23 setzte er sich wunderbar am gegnerischen Kreis durch. Pettersson: „Aber trotzdem hat es nicht zum Sieg gereicht. Und das ist total ärgerlich, weil wir alles gegeben haben.“

Kurze Pause ist gut

Am liebsten hätte der Rechtsaußen mit seinem Team gleich wieder am nächsten Tag gespielt und ist froh, dass es schon am Donnerstag (19 Uhr, Sky) in der Bundesliga gegen den SC DHfK Leipzig weitergeht. „Wir wollen in der Bundesliga oben dranbleiben. Dafür müssen wir gegen Leipzig gewinnen. Auch unsere Fans haben sich das verdient“, schaut Pettersson hoffnungsvoll auf das echte Ortsderby in eigener Halle.

Held im Hinspiel

Und der Schwede kann mit besonders breiter Brust auflaufen. Denn im Hinspiel gelang ihm drei Sekunden vor Schluss das Siegtor zum 26:25. „Daran erinnere ich mich noch sehr gerne. Das war ein tolles Spiel mit einem tollen Ausgang. Solche Momente vergisst man nicht und erinnert sich immer gerne daran.“ Mit neun Toren war er Anfang November auch noch bester Werfer und hatte dabei eine sensationelle Trefferquote von 90 Prozent.

Viele Spielminuten bei der EM

Dass es für Pettersson so gut läuft, ist eigentlich erstaunlich. Schließlich spielt der 27-Jährige ohne Pause seit vergangenem Sommer durch. Da er nach dem Ende der Bundesliga-Saison im Juni gegen Österreich und Spanien noch bei zwei Länderspielen auf der Platte stand, war der Urlaub auch nicht gerade lang. Und im Januar war er bei der EM im schwedischen Nationalteam eine feste Größe. Der Linkshänder stand in jedem der sieben Spiele auf der Platte und hatte am Ende insgesamt 299 Spielminuten auf dem Konto. So mancher Profi fällt da auch mal schnell in ein Leistungsloch. Pettersson dagegen hebt richtig ab.

Lob von SCM-Trainer Wiegert

„Bei dem engen Spielplan war das schon eine enorme Belastung. Aber das hat er richtig gut weggesteckt, ist mental und körperlich super drauf“, lobt SCM-Trainer Bennet Wiegert. Zwischen dem letzten Hauptrundenspiel und dem ersten Training im Verein lagen gerade mal vier Tage. Pettersson: „Das hat mir zum Ausruhen gereicht.“

Dass er in den letzten Spielen deutlich mehr Einsatzminuten als Tim Hornke hatte, war übrigens gar nicht geplant. Wiegert verrät: „Das Wechselspiel zwischen den beiden lief ja immer ganz gut. Aber vor dem Spiel gegen Hannover hatte Tim mit einem Magen-Darm-Virus zu kämpfen und konnte gar nicht spielen.“ Auch im EHF-Cup-Heimspiel gegen Velenje war Hornke noch geschwächt und Pettersson mit neun Toren sogar bester Werfer.

Schwede jagt eigenen Rekord

In der laufenden Saison steht er aktuell bei 74 Toren mit einer guten Trefferquote von 71,84 Prozent. Bei noch elf ausstehenden Spielen dürfte Pettersson damit erstmals in seiner Bundesliga-Zeit die 100er-Marke knacken. Die vergangene Saison schloss er mit 76 Treffern ab und steht insgesamt bei 207 Toren in 109 Bundesligaspielen.

DHfK Leipzig kein Underdog mehr

Doch gegen Leipzig geht es für Pettersson und Co. erst einmal wieder bei null los. Wiegert: „Leipzig ist längst kein David mehr. Wenn Philipp Weber funktioniert, machen die es jedem Gegner schwer. Aber ich will nichts wegschieben – in eigener Halle bleiben wir natürlich Favorit. Und so wie die Mannschaft in Berlin aufgetreten ist, hat sie es verdient, sich jetzt endlich auch wieder mit zwei Punkten zu belohnen.“ Und nur mit einem Sieg können die Magdeburger in der Tabelle oben zumindest dranbleiben.

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