Magdeburg l Daniel Pettersson war der ganze Moment eher unheimlich. Nachdem der Schwede den letzten Wurf des Spiels zum Derbysieg im Leipziger Tor versenkt hatte, ließen seine Mitspieler ihn auf der Platte hochleben. „Klar ist das ein schönes Gefühl, wenn man so ein wichtiges Tor wirft. Aber entscheidender ist, dass wir damit zwei ganz wichtige Punkte geholt haben“, erzählte Pettersson, als er wieder festen Boden unter den Füßen hatte.

Für Wiegert gehört der Schwede zur EM

Dass der Schwede auch ohne Hilfe seiner Mitspieler abhebt, darum muss sich bei den Grün-Roten keiner Sorgen machen. Pettersson sind Starallüren fremd. In den letzten Jahren hat er sein eigenes Ego hier und da vielleicht sogar zu sehr hinten angestellt und blieb so eher im Schatten von Robert Weber. Doch nach dem Abgang des SCM-Rekordtorschützen blüht Pettersson merklich auf, war schon in der Vorbereitung einer der auffälligsten Spieler. „Er hat einen ganz großen Sprung gemacht“, lobt Trainer Bennet Wiegert.

Der SCM hat ja auch nicht umsonst den Vertrag mit Pettersson bis 2022 verlängert. Dass der zuletzt ins schwedische Nationalteam für die Testspiele gegen Island berufen wurde, ist eine weitere Bestätigung seiner Leistungen. Wiegert: „Für mich ist er nach dem Rücktritt von Niclas Ekberg auf der Position des Rechtsaußens auch die Nummer eins in Schweden. Und ich gehe auch fest davon aus, dass Daniel Pettersson für die EM nominiert wird.“

Pettersson bleibt bescheiden

Pettersson hört das gerne, nimmt diese Worte aber gewohnt bescheiden auf. „Für sein Land bei einem Turnier zu spielen, ist etwas ganz Besonderes. Aber ich kann nur weiter mit Leistungen im Verein überzeugen und muss abwarten, wie der Trainer entscheidet.“

Weil mit Mattias Zachrisson von den Füchsen ein weiterer Konkurrent um das EM-Ticket durch eine Schulterverletzung ausfällt, hat Pettersson aber sehr gute Chancen, dabei zu sein. Er kann somit auch auf ein Ticket für die Olympischen Spiele in Japan hoffen.

Tolles Duo mit Hornke

Und zeigen darf er sich dafür im SCM-Trikot oft genug. „Jetzt regelmäßig auf der Platte zu stehen, tut sehr gut“, sagt Pettersson. „Bei längerer Spielzeit kann man sich auch viel besser zeigen und empfehlen.“ Das Wechselspiel mit Tim Hornke läuft dabei richtig gut. Keiner der beiden ist sauer, wenn der andere mal länger oder sogar durchspielt. Pettersson bestätigt: „Wir zwei verstehen uns gut. Wir wissen auch, dass keiner von uns mit den Kräften haushalten muss, sondern der andere sofort einspringen kann.“

Pettersson ist so treffsicher wir noch nie

In Leipzig blieb Pettersson allerdings über die vollen 60  Minuten auf der Platte. Zum Wechseln hatte Wiegert auch wirklich keinen Grund. Denn es war das Spiel des Daniel Pettersson. Der Linkshänder spulte 5,28 Kilometer runter. Und von zehn Wurfversuchen landeten neun im Tor. Neben dem entscheidenden Siegtor in letzter Sekunde traf Pettersson auch bei allen vier Versuchen vom Siebenmeterpunkt.

Insgesamt hat der 27-Jährige schon 16 Strafwürfe verwandelt, hat sich mit einer Erfolgsquote von 76,19 Prozent fast schon zum etatmäßigen Schützen gemausert. Pettersson winkt aber ab und sagt: „Es gibt nach wie vor keine Reihenfolge bei den Schützen. Wer sich gut fühlt, nimmt den Ball. Und wenn er verwandelt, dann wirft derjenige auch weiter. Im nächsten Spiel können das aber auch wieder Matthias Musche oder Tim Hornke sein.“

Gute Trefferquote

Durch die Siebenmeter steigt natürlich auch die Gesamtzahl seiner Tore. Aktuell steht Pettersson bei 53 Toren mit einer starken Trefferquote von 80,3 Prozent. Damit ist Pettersson hinter Michael Damgaard mit 64 Treffern zweitbester Schütze des SCM und wird seine bisherige Saisonbestmarke locker knacken. In der Vorsaison hatte er am Ende 76 Tore auf dem Konto. Im Jahr zuvor waren es 40 Tore und in seiner ersten Saison (2016/17) nur 17  Treffer.

Aber jetzt spielt da auf Rechtsaußen auch ein ganz anderer Daniel Pettersson.

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