Magdeburg l Erst in den frühen Morgenstunden, gegen vier Uhr, waren die Handballer des SC Magdeburg endlich aus Ludwigshafen zurückgekehrt. Mads Christiansen klang am Freitagnachmittag trotzdem schon wieder ganz fit. „Wir haben bereits ein bisschen Krafttraining gemacht und einen leichten Lauf. Dafür hat die Kraft gerade so gereicht“, erzählte der Däne und lachte.

Die Sache mit der Kraft ist in der Tat eines der großen Themen, mit denen sich die SCM-Handballer gerade auseinanderzusetzen haben. Die Saison ist lang. Und deshalb rotierte Trainer Bennet Wiegert beim 38:27-Sieg gegen den Tabellenletzten. Und mehr noch als in den Partien zuvor tauchte dabei Linkshänder Christiansen immer wieder auf Rückraummitte auf und zog dort die Strippen. Auf seiner angestammten Position im rechten Rückraum spielte derweil mit Albin Lagergren ebenfalls ein Linkshänder.

„Ich habe bereits in einem dänischen Verein auf der zentralen Position gespielt, es ist für mich jetzt nicht so anders als auf der rechten Seite“, sagt Christiansen. Allerdings: „Neu ist, dass ich dann für das verantwortlich bin, was wir spielen.“ Spielzüge ansagen, auf den Gegner reagieren – das erfordere Konzentration. Dass mit ihm und Lagergren gleich zwei Linkshänder im SCM-Rückraum wirbeln, sieht er als Vorteil. „Es ist für Gegner einfach ungewohnt, gegen zwei Linkshänder zu verteidigen. Das sieht man ja auch sehr selten“, meint Christiansen.

Nächste Reise nach Flensburg

Doch vor allem verschaffte der Däne damit SCM-Spielmacher Marko Bezjak eine wichtige Verschnaufpause. So konnte Trainer Wiegert den angeschlagenen Bezjak über die kompletten 60 Minuten schonen. Den Slowenen plagt nämlich eine Muskelzerrung im rechten Oberschenkel. „Es ist gut, dass Marko am Donnerstag nicht spielen musste“, sagt Christiansen, „so ist er umso mehr bereit für Mittwoch.“ Denn da steht mit dem Pokal-Achtelfinale gegen die SG Flensburg-Handewitt ein richtiges Highlight an.

Und auch auf anderen Positionen verteilte der Coach die Last auf mehrere Schultern. Entgegen dem vorangegangenen Heimspiel gegen Hannover-Burgdorf, in dem sich Dario Quenstedt und Robert Weber präsentieren durften, standen in Ludwigshafen wieder Jannick Green und Daniel Pettersson auf dem Feld. In der Bundesliga sind erst zehn Spiele gespielt, der EHF-Cup hat noch nicht einmal begonnen – vor diesem Hintergrund hatte Wiegert bereits des Öfteren klargestellt, dass man alle Spieler brauchen werde, um die lange Spielzeit erfolgreich zu beenden.

Mit der Reise nach Flensburg geht es für Mads Christiansen in der kommenden Woche zudem auch ein Stück in Richtung Heimat. Sein Wechsel zu Aalborg Handbold im Sommer 2019 spiele momentan aber überhaupt keine Rolle. „Ich bin froh, dass ich das schon im August klargemacht habe. Jetzt muss ich darüber nicht nachdenken, sondern kann 100 Prozent für Magdeburg geben.“