Magdeburg l Der SC Magdeburg eilt zurzeit durch zwei Wettbewerbe. Direkt nach dem 31:28-Sieg gegen HBC Nantes im EHF-Cup am Sonntag ging es per Charterflug zurück nach Leipzig/Halle. Dort wartete schon der Mannschaftsbus, mit dem die Handballer gegen ein Uhr nachts wieder in Magdeburg eintrafen. Am Montag hatten die Grün-Roten dann frei. Und jetzt? Seit Dienstag richtet sich der Blick auf Balingen, wo der SCM am Donnerstag (19 Uhr) in der Bundesliga antritt.

„Dass wir gerade von Spiel zu Spiel denken, ist auch einfach dem Spielplan geschuldet. Ich weiß, dass Balingen und Nantes unsere nächsten Gegner sind. Aber auf wen wir dann in der Bundesliga treffen? Keine Ahnung“, sagt Erik Schmidt und lacht. Der 27-Jährige ist zwar müde, aber trotzdem gut aufgelegt. Ob er die Partie in Nantes noch einmal Revue passieren lassen kann? Lachen. „Ja, das kann ich.“

SCM kompensiert Verletzte durch Moral

Schmidt ist durch den Ausfall von Zeljko Musa, der sich im Rückspiel gegen die Füchse Berlin an der rechten Leiste verletzt hat, in den Kader gerutscht. Und er hat diese Möglichkeit gleich beim Schopf gepackt. „Diese Phase macht mir extrem viel Spaß. Ich bekomme viel Spielanteile, viel Vertrauen. Und kann mit den Jungs gerade etwas bewirken. Also bestenfalls Punkte holen“, erzählt er.

Im Ost-Derby gegen Leipzig überzeugte Schmidt besonders im Abwehrzentrum, machte Philipp Weber und Co. das Leben schwer. In der Partie gegen Nantes zeigte er sich auch am gegnerischen Kreis nervenstark, traf siebenmal und war damit gemeinsam mit Michael Damgaard bester Werfer des SCM. „Da wir einige Verletzte auf Schlüsselpositionen zu beklagen haben, sind wir noch mehr zusammengewachsen. Wir wollen jetzt erst recht zeigen, was wir können. Und obwohl die Verletzten natürlich weiterhin fehlen, können wir das so ganz gut kompensieren“, sagt Schmidt.

SCM setzt Ausrufezeichen

Gegen Nantes gelang das sogar so gut, dass die Mannschaft von Bennet Wiegert nach 30 Minuten mit 15:9 in Führung lag. „Wir sind sehr gut gestartet, haben uns gleich die nötige Sicherheit geholt. Und konnten vor der Halbzeitpause sogar noch einen Gang hochschalten“, sagt Schmidt. Was er meint: In der 28. Minute traf Valero Rivera zum 9:12, Nantes lag somit nur drei Tore zurück. Doch Tim Hornke per Siebenmeter, Schmidt und Daniel Pettersson ließen bis zum Halbzeitpfiff noch drei Tore folgen. Schmidt war zu diesem Zeitpunkt mit fünf Treffern schon maßgeblich an dem Bilderbuch-Start beteiligt.

„Mit dieser Führung auswärts in Nantes in die Halbzeit zu gehen, war ein echtes Ausrufezeichen. Aber uns war auch klar, dass die Franzosen noch einmal zurückkommen“, berichtet der Kreisläufer. Denn: „Mit unserer Chancenverwertung und der Abwehrleistung haben wir in der ersten Halbzeit nah am Optimum gespielt. Dass du das dann noch einmal genau so auf das Spielfeld bringst, ist sehr schwierig. Da muss eigentlich alles passen. Und Nantes war eben noch nicht am Maximum.“

Sicherheit beim SCM zurück

Der Gastgeber fand wie geahnt in die Spur und ging sogar erstmals in Führung (22:21/47.). „Wir haben uns aber nicht beirren lassen und hatten zum Schluss den längeren Atem“, sagt Schmidt. Für ihn ein Zeichen, dass die Sicherheit im Spiel zurück ist. „Wir wissen: Egal, was passiert, wir kommen zurück und gewinnen. Das war uns nach dem Hannover- und Berlin-Spiel etwas abhandengekommen.“

Nicht nur für das Rückspiel gegen Nantes am Sonntag, sondern schon gegen Balingen ist diese Gewissheit aber wichtig. „Balingen hat in eigener Halle schon die Füchse bezwungen. Den Gegner werden und dürfen wir nicht auf die leichte Schulter nehmen.“

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