Magdeburg l Bei der letzten Fußball-WM hat der FC Bayern München für seine WM-Fahrer insgesamt 2,15 Millionen Euro an Abstellungsgebühren kassiert. Damit lag der deutsche Rekordmeister in der Club-Rangliste aber gerade mal auf Rang neun. Real Madrid erhielt sogar insgesamt 3,35 Millionen Euro und war damit der Krösus unter den Vereinen. Insgesamt schüttete die Fifa 178 Millionen Euro für alle bei der WM eingesetzten Spieler aus. Zahlen, auf die die Verantwortlichen des Handballs nur neidisch schauen können.

2019 gab es pro Tag bis zu 373 Euro

Bei der letzten WM, die im Januar 2019 in Deutschland und Dänemark stattfand, verteilte die Internationale Handballföderation (IHF) umgerechnet gerade mal 1,1 Millionen Euro an die Clubs, die für die 24 teilnehmenden Länder ihre Spieler abgestellt hatten. Die Verteilung wurde nach den jeweiligen Platzierungen gestaffelt. Für die Ränge eins bis vier schüttete die IHF pro Spieler und Turniertag 400 Schweizer Franken aus. Umgerechnet sind das 373 Euro. Für die Länder auf Rang fünf bis acht gab es damals pro Spieler und Tag umgerechnet 280 Euro.

Vom SC Magdeburg waren mit Jannick Green, der mit Dänemark Weltmeister wurde, und dem norwegische Vizeweltmeister Christian O‘Sullivan zwei Spieler bis zum letzten Tag dabei und haben für die fast drei Wochen jeweils rund 7000 Euro an Abstellungsgebühren eingebracht. Knapp gefolgt von DHB-Linksaußen Matthias Musche, der mit dem deutschen Team WM-Vierter wurde.

Mit Albin Lagergren, der mit Schweden am Ende Fünfter wurde, Zeljko Musa, der mit Kroatien auf Rang sechs landete, und Robert Weber, mit Österreich auf Rang 19, waren drei weitere Magdeburger im Januar 2019 dabei. Weil es für die Plätze 17 bis 20 lediglich noch 100 Schweizer Franken gab, brachte Weber nur 93 Euro pro Tag ein.

Bis zu 10 000 Euro Abstellungsgebühren drin

Insgesamt dürfte sich der SCM nach der letzten WM über eine Einnahme von gut 30 000 Euro gefreut haben. Eine Hochrechnung für Flensburg-Handewitt ergibt sogar rund 70 000 Euro an Abstellungsgebühren. Insgesamt sollen die Clubs der Bundesliga rund 340 000 Euro für die zur WM abgestellten Spieler erhalten haben.

Da die IHF beim nächsten Turnier die Vereine für die Abstellung ihrer Spieler um 50 Prozent mehr entschädigen will, würde das für Spieler der vier Halbfinalisten umgerechnet sogar 560 Euro pro Tag bringen. Da auch die Vorbereitungszeit pauschal vergütet wird, könnte es dann für Akteure der Top-Nationalteams rund 10 000 Euro geben.

Im Vergleich zum Fußball sind das natürlich nur ein paar wenige Tropfen auf den heißen Stein. Denn da gab es bei der WM vor zwei Jahren für die Spieler pro Tag schon umgerechnet 7236 Euro.

Trotzdem wird vom Deutschen Handballbund die finanzielle Hilfe des Weltverbandes begrüßt. „Das ist ein starkes Signal der IHF und eine große Hilfe für die Handball-Familie, insbesondere für unsere Bundesligisten“, erklärte DHB-Präsident Andreas Michelmann, der sich auch über eine erhöhte Bonuszahlung für den Verband freuen kann.