Magdeburg l Daniel Pettersson drei Sekunden vor Schluss, davor Michael Damgaard gleich zweimal in Folge zwei Sekunden vor Schluss – so entschieden die Handballer des SC Magdeburg die letzten drei Ost-Derbys beim SC DHfK Leipzig für sich. Und morgen (14.50 Uhr, MDR und Sky) dürfte es ähnlich eng zugehen. Für den SCM ist es nach dem enttäuschenden 29:30 bei Alingsas in der Handball European League vielleicht sogar ganz gut, dass jetzt ein Spiel mit hoher Brisanz ansteht. Denn vor einem Spiel in Leipzig muss den Grün-Roten keiner extra erklären, was da in 60 Minuten auf das Team zukommt.

Entscheidende Tore in den Schlusssekunden

„Das ist das einzig wahre Ostderby, und das Interesse ist riesengroß. Für uns ist das gewiss kein normales Spiel und wir wissen alle, was das für die Fans bedeutet“, sagt SCM-Trainer Bennet Wiegert. Seitdem die Sachsen in der Bundesliga spielen, fielen auch in den anderen beiden Spielen in Leipzig die Tore erst kurz vor Schluss. Während die Gastgeber gleich beim ersten Duell im September 2015 eine Sekunde vor Ultimo das 26:25 bejubeln konnten, glich der SCM eine Saison später 16 Sekunden vor Schluss noch zum 24:24 aus. Ein Ex-Leipziger im SCM-Trikot hat auf eine ähnliche Brisanz aber wenig Lust. „Spannend wird es sicherlich wieder werden. Aber am Ende gewinnen wir mit fünf Toren“, schickte Christoph Steinert via SpiO-Talk beim MDR einen sicherlich gewagten Tipp an seine alten Kollegen.

Dafür muss der SCM aber mehr zeigen als zuletzt beim Europacup in Schweden. „Das Spiel hat sicherlich nur eine überschaubare Anzahl von Fans bei DAZN verfolgen können. Aber beim Derby ist auch der MDR live dabei. Da wird die Einschaltquote bestimmt sechsstellig“, kitzelt Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt seine Mannschaft bei der Ehre.

Bilder

Virtuelle Fantribüne

Weil keine Zuschauer erlaubt sind, laden die Leipziger für das Derby sogar die Magdeburger Fans ein, sich beim Spiel auf einer virtuellen Fantribüne zu präsentieren. Dafür konnten über die sozialen Netzwerke oder per Mail Fotos von sich im Fan-Outfit an den SC DHfK geschickt werden, um am Sonntag auf einer 16 Quadratmeter großen LED-Wand Platz zu nehmen. „Die Leipziger und Magdeburger Fans können sich diesmal zwar nicht mit Fangesängen duellieren, dafür aber mit stimmungsvollen Fanbildern, die auch bei den Liveübertragungen von SKY und dem MDR sichtbar werden“, so DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther auf der Leipziger Homepage.

SCM mit Verletzungssorgen

Wer in Grün-Rot letztlich auf der Platte zu sehen sein wird, entscheidet sich wohl erst kurz vor dem Spiel. Gisli Kristjansson (Schulter) fällt definitiv aus. Hinter Jannick Green (Knie), Piotr Chrapkows-ki (Sprunggelenk), Magnus Gullerud (Rücken) und Michael Damgaard (Schulter) stehen Fragezeichen.

Die Jungs, die letztlich spielen, wollen das aber konzentrierter tun als am Dienstag in Schweden. Da unterliefen dem SCM 18 technische Fehler, und es gab elf Gegenstoß-Tore. Dann wurde auch noch im letzten Angriff der Sieg verfehlt und stattdessen das entscheidende Gegentor kassiert. Für eine Mannschaft dieser individuellen Klasse ganz klar eine Kopfsache. „Wir haben alles aufgearbeitet und viel gesprochen“, sagt Wiegert, der ein klares Erfolgskonzept für Sonntag hat: „Wir müssen richtig ins Tempo kommen.“ Und wie zuletzt in Leipzig am Ende richtig cool sein.