Minden l Die Handballer des SC Magdeburg sind ihrer Favoritenrolle gegen GWD Minden mit einem 41:29 (21:12)-Sieg gerecht geworden. Damit hat das Team seine Ambitionen in der Bundesliga unterstrichen und im Kampf um die internationalen Startplätze ein Ausrufezeichen gesetzt.

Als SCM-Trainer Bennet Wiegert vor dem Spiel gegen GWD Minden mit dem „Kretzsche des Monats“ ausgezeichnet wurde – die Experten des Fernsehsenders Sky nominieren dafür sieben Favoriten, Fans und Zuschauer stimmen daraufhin ab –, widmete er den Preis bereits seiner Mannschaft. „Ich bin sehr dankbar, sehe das aber mehr als Teampreis“, sagte Wiegert bei Sky. „Die Mannschaft, der Verein und die Geschäftsstelle leisten über Monate eine tolle Arbeit, deshalb will ich ihnen die Auszeichnung widmen.“

Neun-Tore-Führung zur Halbzeit

Und seine Mannschaft lieferte prompt eine weitere preisverdächtige Leistung ab. Gegen GWD Minden, die erstmals gegen ein Spitzenteam punkten wollten, lagen die Magdeburger bereits zur Halbzeit mit 21:12 vorn, knackten schlussendlich sogar die 40-Tore-Marke. Der 41:29-Endstand sicherte dem SCM in der Tabelle den Sprung auf Platz drei, so zog das Team an den Füchsen Berlin vorbei und liegt nun zwei Punkte hinter dem Tabellenzweiten, der SG Flensburg-Handewitt. Die Hauptstädter haben jedoch noch ein Spiel weniger absolviert.

Die Mannschaft von Frank Carstens, zwischen 2010 und 2013 selbst SCM-Trainer, erwischte dagegen einen gebrauchten Tag und betrieb in der zweiten Hälfte lediglich noch Ergebniskosmetik. „Uns hat heute in allen Elementen des Handball-Spiels etwas gefehlt“, analysierte Carstens nach Abpfiff im Sky-Interview. „Das war von vorne bis hinten zu wenig. Mir tut es für die Zuschauer leid, die das ertragen mussten.“

Unzufrieden mit Abwehrleistung

Dabei war der Beginn der Partie auf beiden Seiten von technischen Fehlern geprägt, Jannick Green im SCM-Tor hielt die Null mit drei Paraden fest. „Da war die Abwehrleistung nicht das, was ich mir vorstelle. Jannick hat uns da den Rücken frei gehalten“, sagte Wiegert im Anschluss an das Spiel. Doch die Magdeburger fanden daraufhin besser ins Tempospiel, GWD Minden dagegen zeigte sich ob der liegengelassenen Chancen verunsichert. Besonders treffsicher agierte zu Beginn auf Seiten des SCM Matthias Musche, der nach acht Minuten zum 5:3 einnetzte und ebenso die erste Drei-Tore-Führung herstellte (7:4/11.).

Beim 8:4 (12.) sah sich Carstens dann gezwungen, die erste Auszeit zu nehmen, beim 15:8 (22.) folgte die zweite. Dazwischen hatte der SCM aufgrund von Siebenmeter, Zeitstrafen gegen Minden und einer starken Leistung der Rückraumspieler die Führung auf sieben Tore erhöht. Carstens fand deutliche Worte: „Da ist 0,0 Aggressivität, wir müssen rein in die Zweikämpfe, sonst geht das hier mit 20 Toren aus.“

Michael Damgaard, der einen starken Auftritt hinlegte, besorgte dann den Halbzeitstand zum 21:12. „Das hat uns Sicherheit gegeben“, so Wiegert.

Souveräner SCM-Auftritt

Der SCM trat auch nach Wiederanpfiff souverän auf, Wiegert gönnte seinen Stammkräften Verschnaufpausen. Minden gab sich zwar nie auf, konnte aber nur Schadensbegrenzung betreiben. Allen voran Dalibor Doder, der in der Partie sein 1000. Bundesliga-Tor warf, erzielte sehenswerte Treffer.

Nachdem das Torekonto des SCM in der 40. Minute die 30 erreicht hatte, skandierten die mitgereisten Fans bereits lautstark: „Wir wollen die 40 sehen!“ Damgaard erfüllte ihnen den Wunsch in der 57. Minute, das letzte Tor warf Christoffer Rambo für Minden zum 41:29.

GWD Minden: Rambo (7/1), Svitlaca (7/1), Doder (4), Gullerud (4), Michalczik (4/1), Pusica (2), Cederholm (1)

SCM: Damgaard (12), Weber (8/5), Musche (6), Christiansen (4), Bezjak (2), Zelenovic (3), Musa (2), Pettersson (1), O‘Sullivan (1), Chrapkowski (1), Mertens (1)

Zuschauer: 2014. Siebenmeter: 6 – 5. Zeitstrafen: 4 – 0. Schiedsrichter: Klein (Mettmann)/Immel (Erkelenz).

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