Magdeburg l Die Fans des SCM hatten sich klatschend von ihren Sitzen erhoben und wollten eigentlich das letzte Tor des Spiels durch Matthias Musche bejubeln. Schließlich gab es für die Gastgeber noch einmal Siebenmeter. Aber Musche lief vor 6527 Zuschauern in der Getec-Arena zur Auswechselbank und übergab Niklas Danowski den Ball. Und der Spieler von den Youngsters wusste dieses Geschenk auch zu nutzen und traf zum finalen 30:25 (18:13) gegen Wetzlar. „Tolle Geste von Matze. Er hat früher mit meinem Bruder zusammengespielt und kennt mich deshalb schon seit ich ein kleiner Junge war“, freute sich der 20-Jährige, der übrigens erst gut zwei Stunden vor dem Anwurf von seinem Einsatz erfuhr. Danowski: „Kurz nach 14 Uhr rief Bennet Wiegert an und fragte, ob ich in Magdeburg sei. War ich, weil ich paar Minuten vorher aus Berlin zurückkam.“

Traumtor von Damgaard

Dass mit Hannes Bransche ein weiterer Youngster Bundesligaluft schnuppern durfte, deutet eigentlich auf einen klaren Spielverlauf hin. War es aber nicht. Die Grün-Roten kamen sogar richtig schwer ins Spiel und lagen nach acht Minuten mit 3:5 zurück. Dank einiger Paraden von Dario Quenstedt, der über 60 Minuten zwischen den Pfosten stand, konnte der SCM die Partie aber innerhalb von drei Minuten drehen und lag beim 6:5 erstmals vorn. Sicherheit brachte das aber immer noch nicht. Selbst die erste Zwei-Tore-Führung (10:8/21.) wurde schnell wieder verspielt. Erst mit zwei Gegenstößen und Toren von Matthias Musche war der SCM erstmals richtig auf der Siegerstraße. Wiegert: „Da hatten wir endlich den richtigen Zugriff aufs Spiel.“ Als Michael Damgaard, der – wie von Wiegert schon vorige Woche angekündigt – von Beginn an spielte, mit der Pausensirene den Ball zum 18:13 ins Gästetor hämmerte, hofften alle auf ein echtes Schützenfest.

Quenstedt ganz stark

Doch auch nach der Pause machten es die Magdeburger wieder unnötig spannend und ließen die Gäste auf 21:18 (38.) verkürzen. Und wenn Quenstedt nicht so viele gute Paraden gezeigt hätte, dann wäre es vielleicht sogar noch enger geworden. Quenstedt: „Dass ich anfange, hat mir der Trainer schon am Tag davor gesagt. War schön, mal wieder so viel Einsatzzeit zu haben und der Mannschaft helfen zu können. Aber wir mussten das Spiel eigentlich viel früher entscheiden.“

Wetzlar gab nie auf

Weil seine Vorderleute die Gäste immer wieder mit Fehlern aufbauten, sorgte selbst der zehnte Treffer von Matthias Musche zum Sechs-Tore-Polster (24:18/41.) immer noch nicht für Ruhe. Musche: „Hut ab vor Wetzlar. Die geben einfach nicht auf und machen immer weiter. Wir mussten uns deshalb die zwei Punkte richtig hart erkämpfen und sind ein bisschen kaputter als vielleicht gedacht. Im Handball ist zwar immer alles möglich. Aber Angst, dass wir verlieren könnten, hatte ich nicht.“

Bezjak wirft 900. Tor

Als Marko Bezjak beim 26:21 (48.) das 900. Magdeburger Saisontor gelang, schien das Spiel endgültig gelaufen. War es aber immer noch nicht. Denn die Gäste kamen noch mal auf zwei Tore (26:24/52. und 27:25/54.) heran. Wiegert: „Weil wir zu viel liegen gelassen haben, war da plötzlich noch mal richtig Spannung drin. Aber das haben die Jungs dann richtig gut gemacht.“ Zwar ohne Nacho Jimenez, der im Training umgeknickt war und ein dickes Sprunggelenk hat, aber mit Musche, der am Ende 13 Tore auf dem Konto hatte und dabei sogar noch zwei Tore verschenkte.

Musche als Teamplayer

Neben dem Siebenmeter für Danowski überließ Musche kurz nach der Pause auch Robert Weber den Ball am Punkt, was der Österreicher zum 19:14 nutzte. Musche: „Da war aber der Hintergrund, dass ich zuvor gefoult worden war. Und aus Aberglaube sollte derjenige dann nicht werfen. Am Ende ist es eigentlich auch egal, wer die Tore wirft. Wichtig waren die zwei Punkte.“