Magdeburg l  Am Mittwochabend mussten sich die Magdeburger nach großem Kampf Frisch Auf Göppingen beugen – der 29:27 (17:13)-Heimsieg reichte nicht, um den Sechs-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel (25:31)wettzumachen. Drei Tage vor dem Halbfinale um den DHB-Pokal beim Final Four in Hamburg gegen den Bergischen HC präsentierte sich der SC Magdeburg in ansteigender Verfassung.

Eine Stunde vor dem Anpfiff zogen dunkle Wolken über Magdeburg auf – mit Schneegriesel, Regen und Graupelschauer. Das war offenbar ein schlechtes Omen, denn 60 Spielminuten später gab es für den SCM – ausgerechnet am Tag des größten Vereinserfolges (am 27. April 2002 schrieben die Magdeburger mit dem Gewinn der Champions League Geschichte) – eine eiskalte Dusche. Eine, gegen die sich die Magdeburger lange mit allem, was sie an Kampf und Leidenschaft in die Waagschale werfen konnten, gewehrt hatte.

Bereits zu Beginn zeigte es sich, wie schwer die Hypothek von sechs Toren wog. Nach zehn Minuten stand es 5:5, und vom Rückstand war noch nichts abgeknabbert. Doch im Handball kann es schnell gehen: Zehn Minuten später brachen sich die ersten Hoffnungsschimmer Bahn. Jannick Green hielt wichtige Bälle und blies zur Aufholjagd. Der SCM bekam einen Lauf und zog auf 12:7 davon. Erstmals baute sich auf den Rängen die Grün-Rote Wand auf und die Ansage war unmissverständlich: „Hier regiert der SCM!“

Doch Göppingen ließ sich nicht abschütteln, langte seinerseits in der Deckung kräftig zu, was mehrfach Finn Lemke zu spüren bekam, und verkürzte zum 10:13 (25.). Aber auch der SCM schenkte den Gästen im Kampf um jedes Tor nichts. Ein Beweis war die Auszeit sechs Sekunden vor dem Halbzeitpfiff. Der Plan von Trainer Bennet Wiegert ging auf, Michael Damggard hämmerte zum 17:13-Halbzeitstand ein. Der Funke sprang sofort wieder auf die Ränge über, die Hoffnung auf ein Happy End flammte erneut auf.

Und sie brannte gar lichterloh, als der SCM erstmals mit sieben Toren führte und dem Wunder greifbar nahe war: Nemanja Zelenovic traf zum 21:14 (36.). Die Halle stand Kopf, erst recht in der 44. Minute, als der sich stark präsentierende Marko Bezjak einen Doppelschlag zum 24:17 vollendete.

Die letzte Viertelstunde war nichts für schwache Nerven. Die Magdeburger stemmten sich mit aller Kraft gegen ein Ausscheiden – doch das bessere Ende hatte Göppingen, das sein Polster clever und mit Routine ins Ziel rettete. Mit ihren rund 60 mitgereisten Fans bejubelten sie den Einzug ins Final Four, das am Pfingst-Wochenende in Nantes (Frankreich) ausgetragen wird.

SCM-Kreisspieler Jacob Bagerstedt war nach dem Abpfiff sichtlich geknickt: „Es ist schade, dass es nicht gereicht hat, am Ende waren es Kleinigkeiten, die nicht geklappt haben. Aber ich bin trotzdem stolz, wie wir gekämpft haben.“

 

Magdeburg: Quenstedt, Green – Musa 1, Rojewski 1, Musche 1 , van Olphen, Bagersted 1, Bezjak 4, Haaß 2, Grafenhorst, Weber 10/2, Schöngarth, Damgaard 4, Zelenovic 3, Lemke 2

Göppingen: Tatai, Prost - Kraus 2, Kneule 2, Schöne, Späth, Barud 2, Sesum 1 , Fontaine, Kaufmann 5, Berg, Schiller 6/2, Pfahl 5, Kristensen 4, Halen

Schiedsrichter: Andreu Martin /Ignacio Garcia (Spanien). Zuschauer: 4765. Siebenmeter: SCM 3/2, Göppingen 2/2. Zeitstrafen: 3/4 – Rot: Barud (53. dritte Zeitstrafe)