Magdeburg l Gegen den THW Kiel ist das Adrenalin besonders hoch. Und das – so hoffen sie beim SC Magdeburg – ist für Marko Bezjak die beste Medizin. Der Spielmacher hatte sich am Sonntag im Spiel gegen den Bergischen HC einen Finger ausgekugelt. Eine Pause würde nun guttun. Aber nicht gegen Kiel. „Es wird schon irgendwie gehen“, hofft der Slowene.

Bezjak ist im linken oder zentralen Rückraum eine absolute Schlüsselfigur des SCM-Spiels. Deshalb sorgt sich Kiels Trainer Alfred Gislason fast noch mehr um die Klasse Bezjaks als um den Torelauf von Linksaußen Matthias Musche oder die unglaublichen Paraden von Torwart Jannick Green. Zu herausstechend war es, wie Bezjak in dieser Saison fast immer die richtige Entscheidung traf, ob er den Ball abspielen oder selbst vollstrecken soll. Beim 28:20 gegen Leipzig war er mit sechs Toren sogar bester SCM-Werfer und legte dabei eine Abschlussquote von 100 Prozent hin. In Melsungen trug er mit vier Toren und zuletzt gegen den Bergischen HC mit drei Toren zu den Siegen bei. Macht im Durchschnitt bisher 3,25 Treffer pro Spiel. Zum Vergleich: In der letzten Saison kam er im Schnitt auf 2,38 Tore pro Spiel. In der Spielzeit davor waren es sogar nur 1,61 Tore.

Bezjak trägt eine Schiene

Lediglich in Wetzlar brachte der 32-Jährige den Ball nicht in den gegnerischen Kasten. Aber das hatte Gründe. Aufgrund eines dicken Knies und Knöchels sollte Bezjak eigentlich gar nicht spielen. Doch er biss die Zähne zusammen und stand zur Überraschung aller doch auf der Platte.

Auch heute ist Bezjak wieder als harter Hund gefragt. Trainer Bennet Wiegert berichtet: „Er trägt seit Montag eine Spezialschiene an der rechten Hand und kann nur ohne Ball trainieren. Beim Anschwitzen am Donnerstagvormittag wird die aber durch ein Tape ersetzt und dann schauen wir, ob es geht. Die Schmerzen sind dabei für Bezo kein Problem. Wichtig ist, ob er richtig nach dem Ball greifen kann.“

Kretzschmar adelt SCM-Spielmacher

Jeden möglichen Wurf wird Bezjak am Abend sicherlich nicht nehmen können. Aber auf seine Zuspiele kann der SCM gegen den Kieler Abwehrbeton kaum verzichten. Nach dem Auftaktsieg gegen Melsungen wurde Bezjak sogar von Handball-Legende Stefan Kretzschmar in dessen Sky-Kolumne geadelt. „Marko Bezjak war für mich der überragende Mann im Magdeburger D-Zug! Er hat einige Geniestreiche geliefert“, so Kretzsche. Bezjak antwortete: „So ein Lob freut mich natürlich sehr.“

Dass „Bezo“ nach dem Sieg gegen Leipzig zum wertvollsten Spieler des Spiels gewählt wurde, nimmt er eher bescheiden hin. Bezjak: „Wir spielen als Mannschaft bisher auf einem sehr hohen Niveau. Das ist der Hauptgrund für unseren Erfolg.“ Weil Stammkräfte wie Christian O‘Sullivan und vor allem Michael Damgaard sich auch mit Verletzungen rumplagen und teilweise nur Kurzeinsätze hatten, lastet jetzt natürlich mehr Verantwortung auf Bezjaks Schultern.

Wiegert setzt auf Heimstärke

Der musste deshalb fast immer über die komplette Spielzeit ran. „Wir waren in der Vorbereitung fleißig und die Saison hat gerade erst begonnen. Müde fühle ich mich deshalb nicht, ich habe noch genug Kraft, um auch länger auf der Platte zu stehen“, erklärt Bezjak mit einem gelassenen Lächeln.

Bleibt für Trainer Wiegert zu hoffen, dass sein Spielmacher auflaufen kann. „Zu Hause können wir jeden schlagen. Aber gegen eine Mannschaft wie Kiel muss natürlich auch alles passen“, meint der Coach. Zunächst einmal das Tape für Bezjak.

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