Kassel l Matthias Musche hatte vor dem Saisonstart in der Volksstimme darüber geplaudert, was seine Teamkollegen vom SC Magdeburg für Typen sind. Und die können einen Tag später ein Kompliment zurückgeben: Dieser Musche ist eiskalt.

Als Robert Weber nach 79 Sekunden der Saisonauftaktpartie bei der MT Melsungen vom Siebenmeterpunkt an Torwart Nebojsa Simic scheiterte, schnappte sich Musche knapp zwei Minuten später den Ball und erzielte das erste SCM-Tor der neuen Bundesliga-Saison. Und auch die nächsten vier Möglichkeiten aus sieben Metern ließ sich der Linksaußen nicht entgehen. Dazu traf er auch noch einmal aus dem Feld und hatte so einen Riesenanteil daran, dass die Magdeburger mit einer 16:14-Führung in die Pause gingen.

SCM nach der Pause noch stärker

Eine Pause, die die Gäste noch stärker machte. Vor allem, weil Jannick Green nach dem Seitenwechsel im Tor über sich hinaus wuchs. Dario Quenstedt musste wie befürchtet wegen einer schmerzhaften Rückenverletzung (Hexenschuss) passen. So lastete die Verantwortung zwischen den Pfosten allein auf den Schultern des Dänen. Doch der sorgte mit tollen Paraden für Frust bei Melsungen. Ob Siebenmeter oder Rückraumschütze Julius Kühn aus der Distanz - Green machte sein Tor zu.

„Melsungen war ein dickes Brett“, meinte Musche nach dem Spiel, „umso schöner dass wir gewinnen konnten. Das war eine Superteamleistung. Aber wenn man einen aus der Mannschaft hervorheben kann, dann war Jannick Green mit seinen Paraden maßgeblich am Ertolg beteiligt.“

Vorne blieben die Magdeburger eiskalt, zogen sieben Minuten nach der Pause sogar auf 20:15 davon. Natürlich durch Musche, der zum zweiten Mal aus dem Feld und insgesamt siebten Mal in Melsungen-Tor traf.

Melsungen kurz vor Ende dran

Eine Viertelstunde vor Schluss wurde es zwar noch einmal eng. Die Halle tobte und Melsungen war beim 19:21 wieder dran. Aber der SCM behielt die Nerven. Robert Weber und Marko Bezjak mit je zwei Toren ließen die Fans der Gastgeber verstummen. Handball-Ikone Stefan Kretzschmar lobte als TV-Kommentator bei Sky: „Magdeburg hatte ganz klar den besseren Torwart.“ Und: „Der SCM hat sich spielerisch einen sehr guten Fahrplan zurechtgelegt.“

Ein Lob Richtung Bennt Wiegert. Und der konnte sich neben dem Sieg auch über den „Kretzsche des Jahres“ freuen. Von Namensgeber Stefan Kretzschmar mit einem Augenzwinkern als „wichtigster Handballpreis“ bezeichnet, erhielt er die Trophäe. Wiegert hatte laut seinem früheren Zimmerkollegen Kretzschmar die vergangene Handball-Saison maßgeblich geprägt. Insbesondere, weil der SC Magdeburg zwischen November und März der vergangenen Saison kein Spiel verloren hatte.

SCM: Green, Döhler – Musa, Chrapkowski, Musche 8/5, Kluge, Pettersson, de la Pena, Plaza, Molina, Christiansen, Lagergren 5, O‘Sullivan 4, Bezjak 4, Weber 7/1

MT Melsungen: Sjöstrand, Simic – Maric 3, Kühn 1, Lemke, Reichmann 7/4, Ignatow, Kunkel 3, Mikkelsen 1, Danner, P. Müller, Schneider, Allendorf, Birkefeldt 3, M. Müller 3, Pavlovic 2

Schiedsrichter: Sebastian Grobe (Braunschweig)/Adrian Kinzel (Bochum)

Zuschauer: 3816